Snooker-wm 2026: keine klaren favoriten – trump unter druck!

Sheffield bebt! Die Snooker-Welt hält den Atem an: Die Qualifikation ist fast durch, und die Main Round der Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Doch dieses Jahr scheint es anders zu sein – ein klarer Favorit will sich nicht abzeichnen. Rolf Kalb, unser Eurosport-Experte, analysiert die Situation und warnt vor zu frühen Hochrechnungen.

Die last der erwartungen: judd trump im visier

Judd Trump, der 2019 bereits den Titel in die Höhe stemmen durfte, kommt mit großem Selbstbewusstsein, aber auch mit zusätzlichem Druck nach Sheffield. Seine Formkurve zeigte zuletzt nach oben, zahlreiche Halbfinal- und Finalteilnahmen bestätigten seinen Anspruch. Doch die bittere Niederlage in der Tour Championship ließ ihn abrupt auf dem Boden der Tatsachen zurück. Und dann sind da noch die Turbulenzen rund um seinen Wohnsitz in Dubai – wie stark beeinflussen diese ihn mental?

Es ist unwahrscheinlich, dass Trump die Saison als Nummer eins der Weltrangliste beenden wird, es sei denn, er scheidet früh aus und Zhao Xintong oder Neil Robertson krallen sich den Titel unter den Nagel. Ein Szenario, das viele Fans sich nicht vorstellen können.

Wilson mit fragezeichen, robertson hadert

Wilson mit fragezeichen, robertson hadert

Kyren Wilson, der in dieser Saison mit dem Shanghai Masters und dem Masters glänzte, hat bei Ranglistenturnieren hingegen Pech gehabt. Er verpasste die Players Championship und die Tour Championship – eine bemerkenswerte Schwäche. Vielleicht hat er aber auch davon profitiert und ist nun erholt für das Crucible Theatre. Doch er muss auch die Abwertung seines Preisgeldes für den WM-Titel 2024 in Kauf nehmen. Er selbst redet von einer „durchwachsenen“ Saison, was man getrost als Schönfärberei werten kann.

Neil Robertson, der immer noch auf seinen zweiten WM-Titel hofft, wird zusätzlich durch die Außenseiterchance motiviert. Allerdings hadert er öffentlich mit den beengten Verhältnissen im Crucible Theatre. Diese Atmosphäre scheint ihn zu belasten, und das ist kein gutes Omen für seinen Erfolg.

Die erfahrenen kämpfer: higgins und williams

John Higgins und Mark Williams haben eine entspannte Herangehensweise gefunden. Beide wissen, was möglich ist, und beide haben nichts mehr zu beweisen. Das macht sie gefährlich, sofern ihre Ausdauer mitspielt – ein Fragezeichen, das sich im Laufe des Turniers klären wird.

Junge wilden und gesetzte spieler

Auch Mark Selby und Shaun Murphy sollten wir nicht unterschätzen. Beide fühlen sich im WM-Format wohl und haben dort bereits Erfolge gefeiert. Murphy gewann 2005 den Titel, und könnte mit etwas Glück wieder aufhorchen lassen. Ein starkes chinesisches Kontingent mit Zhao Xintong, Xiao Guodong, Wu Yize, Si Jiahui und Ding Junhui wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Die Wahrheit ist: Dieses Jahr gibt es keinen Überflieger. Die vielen verschiedenen Turniersieger in dieser Saison sprechen eine deutliche Sprache. Jeder der 16 Gesetzten kann sich Hoffnungen machen, und auch einige Qualifikanten könnten überraschen. Das macht diese Weltmeisterschaft zu einem unberechenbaren Spektakel.

Die Auslosung der Main Round wird am morgigen Tag erfolgen. Dann steige ich mit neuen Analysen wieder ein. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie die Karten verteilt werden. Die Weltmeisterschaft läuft vom 18. April bis zum 4. Mai, und Eurosport wird aus dem Crucible Theatre in Sheffield berichten – im linearen TV und per Stream auf HBO Max.