Snooker-legende doherty beendet karriere: ein abschied mit stil

Dortmund – Eine Ära geht zu Ende: Ken Doherty, der charismatische „Darling of Dublin“, hat seine Profi-Karriere im Snooker nach beeindruckenden 36 Jahrenbeendet. Rolf Kalb, Eurosport-Experte und Kenner der Szene, würdigt den gebürtigen Iren als mehr als nur einen herausragenden Spieler – als Botschafter des Sports und Sympathieträger.

Ein triumph, der eine nation begeisterte

Doherty, der 1997 die Weltmeistertitel gewann und damit Stephen Hendry, damals als unbesiegbar geltend, überraschend besiegte, hinterlässt eine Lücke. Der Sieg gegen Hendry, der zuvor fünf Weltmeisterschaften in Folge gewonnen hatte, markierte einen historischen Moment. Die Rückkehr nach Dublin wurde zu einem unvergesslichen Fest: 250.000 Fans feierten ihren Helden in einer offenen Kutsche – ein Bild, das die immense Popularität Doherty in seiner Heimat verdeutlichte. Der damalige Polizeipräsident bestätigte, dass während des Finales kein einziger Notruf einging, ein Zeichen für die gebanntes Aufmerksamkeit der gesamten Stadt.

Doch seine Karriere war mehr als nur ein einziger Triumph. Doherty erreichte 17 Mal ein Ranking-Turnierfinale und gewann sechs Weltranglistenturniere, wobei er zwischenzeitlich den zweiten Platz der Weltrangliste erreichte. Seine Fähigkeit, auch unter enormem Druck Höchstleistungen zu erbringen, machte ihn zu einem der faszinierendsten Spieler seiner Generation.

Mehr als nur ein spieler: ein botschafter des snooker

Mehr als nur ein spieler: ein botschafter des snooker

„Aber irgendwann muss man Schluss machen“, so Doherty gegenüber Rolf Kalb in einem letzten Gespräch. Während seine sportlichen Leistungen zweifellos beeindruckend sind, war es vor allem seine Rolle als Botschafter des Snooker, die Doherty auszeichnete. Sein Charme, sein Humor und seine Nahbarkeit machten ihn zu einem Publikumsliebling und trugen maßgeblich zur Popularität des Sports bei. Noch kürzlich wurde er bei Exhibitionsturnieren in Hamm und Nürnberg von den Fans mit Standing Ovations gefeiert – sein ansteckendes Lachen wird dem Snooker fehlen.

Auch Rolf Kalb zeigte sich tief berührt: „Es war sehr bewegend, als er sich in Nürnberg das Mikrofon schnappte und mich mit wunderbaren Worten würdigte.“

Doherty wird auch in Zukunft als TV-Experte und Mitglied im WPBSA Players Board aktiv bleiben und weiterhin sein umfangreiches Wissen und seine Erfahrung in den Snooker-Sport einbringen. Wer die Chance hat, ihn live zu erleben, sollte sie sich nicht entgehen lassen. Ein großes Dankeschön an Ken Doherty für seine unzähligen Beiträge und die Freundschaft, die für mich persönlich von unschätzbarem Wert ist.