Smalley jagt den wanamaker: 43 profis binnen sechs schlägen – das pga-finale wird ein krimi
Alex Smalley trägt am Sonntag die rote Nummer, doch das wird ihm keinen Ruhetag bescheren. Der 29-jährige US-Amerikaner ging mit 68 Schlägen durch die dritte Runde, kassierte drei Bogeys in den ersten vier Löchern, drehte dann aber auf dem Back Nine regelrecht auf. 204 Slaps (-6) stehen nun auf seiner Karte – zwei Vorsprung auf Jon Rahm und vier weitere Jäger, die bei -4 lauern. Der Major ist offen wie selten: 43 Spieler hängen in einem Sechs-Schlag-Fenster, das Finale verspricht ein Gemetzel.
Smalleys „rocky“-moment
Der Mann aus Rochester studierte Umweltwissenschaften in Duke, schlug 2017 erstmals auf der PGA Tour auf – und hasst Rampenlicht. „Ich mag es nicht, im Mittelpunkt zu stehen“, gab er gestand zu. Jetzt kann er sich nicht mehr verstecken. Mit fünf Top-25-Platzierungen in Serie und einem T-2 im Zurich Classic schickt er sich an, seine Karriere komplett neu zu schreiben. Rang 78 der Welt, noch nie ein Sieg – doch wer momentan so konstant trifft, darf träumen. Die Frage ist nur, ob seine Nerven das Medien-Circus aushalten, wenn er neben Rahm, McIlroy, Scheffler und Koepka losläuft.

Spanien heizt mit
David Puig jagt ebenfalls den Wanamaker-Traum. Der Katalane schlug 71er-Runden (+1) und teilt sich bei 209 Schlägen sogar das Scorekärtchen mit Weltnummer eins Scheffler. Sechs Bogeys verhinderten heute die große Attacke, doch ein Eagle auf 16 bewies: Das Spiel sitzt. Puig muss morgen mehr Fairways treffen, dann ist ein Top-10-Sprung im Ranking möglich – vielleicht sogar mehr. Die Bahnen von Valhalla sind ruppig, die Greens wie Lotterie bei Wind. Scheffler zuckte nach seiner 71 nur mit den Schultern: „So eng hab ich eine Major-Bestenliste noch nie gesehen.“

Was sonntag wirklich zählt
Die Statistik lügt nicht: In den letzten zehn PGA-Meisterschaften holte nur zweimal der 54-Loch-Führende den Titel. Smalley kennt die Zahlen – und die Schläge seiner Verfolger. Wenn er die Driver weiter so gerade halten kann wie gestern auf den letzten neun Löchern, bleibt ihm der erste Sieg nicht verwehrt. Verliert er aber den Faden, schlägt binnen Minuten ein neuer Name auf dem Leaderboard auf. 43 Kandidaten, ein Pokal – das Finale beginnt bei Sonnenaufgang und endet vermutlich mit einem Putt unter Flutlicht. Fest steht: Der Wanamaker bekommt einen frischen Gesichter-Kampf, der Golfwelt juckt es schon in den Fingerspitzen.
