Ski-stars im zwielicht: der kampf um den kaderplatz
Der Schweizer Skisport steht vor einem gnadenlosen Urteil. Während die Fans sehnsüchtig auf die nächste Saison warten, kämpfen viele Athleten um ihre Zukunft im Nationalteam. Der Weg in den Kader von Swiss-Ski ist steinig, und wer ihn nicht findet, muss sich oft einer ungewissen Zukunft stellen – und den finanziellen Konsequenzen.

Die bittere realität für kader-aussenseiter
Die Kosten für ein Leben als unabhängiger Athlet sind immens. Bis zu 80.000 Franken im Jahr können für Training, Reisen und Betreuung anfallen, ein Betrag, der selbst ambitionierte Sportler an ihre Grenzen bringt. Simone Wild, ehemalige Hoffnung des Schweizer Skisports, kennt diese Situation nur zu gut. Nach einer Saison, in der sie zwar mit zwei Weltcup-Platzierungen aufhorchen ließ, aber die Rückkehr in den Kader verpasste, steht sie vor der Herausforderung, ihren Weg eigenständig zu gehen.
Wild selbst gibt zu, nicht genau zu wissen, welche Summen sie im vergangenen Jahr investieren musste. “Ich habe die Rechnungen noch nicht bekommen”, sagt sie gegenüber dem Blick, und fügt hinzu, dass ein fehlender Hauptsponsor die Lage zusätzlich erschwerte. Ein Crowdfunding brachte zwar rund 20.000 Franken ein, doch das ist bei Weitem nicht genug, um die hohen Kosten zu decken.
Aber es gibt auch Erfolgsgeschichten. Vanessa Kasper, die nach einer Phase ohne Swiss-Ski-Status zurückkehrte, ist heute hinter Camille Rast die zweitbeste Schweizer Riesenslalomfahrerin. “In der Zeit ohne Kaderstatus habe ich viel gelernt und bin selbständiger geworden”, erklärt sie. Kasper punktete in dieser Saison in acht von zehn Rennen und hat sich bereits neue Ziele gesetzt: “Zuerst will ich in die Top 15 und dann immer näher ans Podest.”
Die Situation zeigt deutlich: Der Schweizer Skisport ist hart, aber nicht unmöglich. Der Weg in den Kader ist zwar steinig, aber wer die nötige Entschlossenheit und Eigeninitiative mitbringt, kann auch ohne staatliche Unterstützung erfolgreich sein. Die Frage ist, wie viele Athleten bereit sind, diesen Weg zu gehen – und wie viele am Ende ihren Traum aufgeben müssen. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wer sich behaupten kann und wer am Abgrund steht.
