Sinner-fieber erfasst italien: rekord-quoten für den triumph!

Jannik Sinner hat nicht nur Rom im Tennis-Fieber versetzt, sondern auch die italienischen Fernsehbildschirme im Sturm erobert. Die Finalpartie gegen Casper Ruud lockte eine atemberaubende Zahl an Zuschauern an und katapultierte Tv8 in neue Höhen – ein Erfolg, der die Frage aufwirft, warum die öffentlich-rechtlichen Sender diesen immensen Zuspruch verpassen.

Ein quoten-hammer: 4,6 millionen zuschauer

Ein quoten-hammer: 4,6 millionen zuschauer

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 4,6 Millionen Italiener verfolgten live den Sieg Sinner’s, was einem beeindruckenden Marktanteil von 36,7% entspricht. Tv8 profitierte enorm von diesem Ansturm und konnte in der relevanten Sendezeit unglaubliche 2,9 Millionen Euro einspielen. Ein bemerkenswerter Kontrast zum Vorjahr, als die Übertragung auf Rai 1 – mit dem hochkarätigen Duell Sinner gegen Alcaraz – 6 Millionen Zuschauer erreichte, allerdings mit einem deutlich höheren Marktanteil von 46,4%.

Doch der Vergleich ist trügerisch. Während Sky Sport Uno und Sky Sport Tennis mit einem durchschnittlichen Publikum von 1,44 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 11,6% ebenfalls hohe Zahlen verzeichneten (der sechstbeste Wert überhaupt für ein Tennismatch auf Sky), offenbart die Analyse von Studio Frasi einen entscheidenden Unterschied: Der Altersdurchschnitt der Rai-1-Zuschauer lag im vergangenen Jahr bei 62 Jahren, während die Sky-Zuschauer gestern einen deutlich jüngeren Altersdurchschnitt von 54 Jahren aufwiesen. Das zeigt, dass Sinner eine neue, jüngere Tennisfanschaft anspricht.

Die Entscheidung der RAI, auf die Übertragung zu verzichten, wird von vielen als verpasste Chance kritisiert. Angelo Binaghi, Präsident der italienischen Tennis-Föderation (FITP), drückte seine Enttäuschung über den deutlichen Rückgang der Zuschauerzahlen um rund 50% aus. Er betonte, dass die Föderation die Verbreitung des Tennissports als oberste Priorität betrachtet und forderte, dass zukünftige wichtige Turniere auf öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen werden, um eine maximale Reichweite zu erzielen. „Große Kanäle haben einen entscheidenden Zieheffekt“, so Binaghi.

Die Rechte an den internationalen Tennisturnieren liegen zwar bei Sky, doch die Verpflichtung, tägliche Übertragungen in frei empfangbaren Sendern zu bieten, wurde in diesem Jahr von Sky selbst wahrgenommen, anstatt sie an die RAI zu vergeben. Ein strategischer Fehler, wie die Quoten zeigen?

Sinner’s Triumph markiert nicht nur einen historischen Moment für den italienischen Tennissport – der erste Gewinn der Italian Open seit 30 Jahren – sondern auch eine neue Ära der Tennis-Popularität in Italien. Die Frage ist nun, ob die Verantwortlichen aus dieser Erfahrung lernen und in Zukunft die Weichen für eine noch größere Reichweite stellen werden.