Sinner zittert, siegt und jagt das sunshine double
Jannik Sinner hat Alex Michelsen mit 7:5, 7:6 aus dem Turnier geprügelt, dabei selbst den ersten Satzverlust dieser Miami-Woche kassiert – und trotzdem die nächste Bestmarke aufgestellt. 28 Sätze in Folge hat er nun gewonnen, seitdem er im Februar in Paris drinnen war. Das reicht, um Novak Đokovićs alte Serie von 24 hinter sich zu lassen.
Tiafoe wartet mit frischen beinen
Am Donnerstag um 18 Uhr Ortszeit steht Francis Tiafoe auf dem anderen Netzpfosten. Der Amerikaner bezwang Laurent Lokoli in Runde drei nach Satzrückstand und wirkt körperlich scharf. Die Bilanz spricht klar für Sinner (4:1), doch das einzige Debakel datiert aus dem Jahr 2019 in Wien – und Tiafoe servierte gegen Lokoli 17 Asse.
Die Buchmacher glauben an einen Dreisatzkrimi. Eine 2:1-Niederlage des Favoriten wird bei Snai mit 6,25 beziffert, Admiralbet und William Hill zahlen 5,40. Wer auf mehr als 20,5 Games setzt, bekommt bis zu 2,40 zurück – eine klare Rechnung, wenn man bedenkt, dass Sinner in den letzten fünf Duellen mit US-Boys dreimal den Tiebreak erzwungen hat.

Sunshine double nur federer und co. vorbehalten
Die Florida-Glocke ist kein beliebiger Masters, sie ist die halbe Mauer zum Sunshine Double. Nur sieben Spieler schafften den Doppelschlag Indian Wells plus Miami in einer Saison, zuletzt Roger Federer 2017. Sinner hat die erste Hälfte bereits eingetütet, die zweite liegt 48 Stunden und maximal zwei Siege entfernt.
Die Quote, dass er das Kunststück schafft, steht derzeit bei 2,10 – ein Kurs, der sich bei jedem weiteren Satz, den er abgibt, nach oben verschieben wird. Die Frage ist nicht, ob er kann, sondern wie lange seine Schultern noch durchhalten. Gegen Michelsen ließ er sich 2:48 Stunden Zeit, länger als in allen seinen vorangegangenen Matches zusammen.
Wenn Tiafoe früh draufgeht, wird die Nummer eins der Welt ihren eigenen Rekordjagd-Modus wieder einschalten. Falls nicht, könnte Miami erstmals seit Jahren ein echtes Nachtfinale liefern. Die Wette lautet: Sinner verliert höchstens einen Satz – und gewinnt dennoch. Die Zahlen sprechen für ihn, die Geschichte auch.
