Sinner knallt in indian wells – der tscheche soll nur der anfang sein
Jannik Sinner spült den kalifornischen Sand aus den Schuhen und sofort droht die nächste Prüfung. Der Weltranglisten-Zweite debütiert heute im Masters 1000 von Indian Wells gegen Qualifikant Dalibor Svrcina – einem 23-jährigen Tschechen, der gegen James Duckworth locker 6:2, 6:4 durchmarschierte und sich prompt auf Platz 109 schob.
Der preis ist ein halber lamborghini
1.151.380 Dollar winken dem Sieger – genug für einen limitierten Aventador und noch ein paar Tankfüllungen. Doch das Geld ist nur die Nebensache. Indian Wells gilt als Frühjahrsgeneralprobe vor Roland Garros, und wer hier nicht mindestens das Halbfinale erreicht, verliert wertvolle Punkte im Kampf gegen Carlos Alcaraz und Novak Djokovic.
Sinner kennt den Druck. Nach seinem Viertelfinal-Aus in Doha gegen Jakub Mensik reiste er zwei Wochen früher in die Wüste, um bei 35 °C Celsius Schlag auf Schlag zu trainieren. Sein Coach Darren Cahill ließ die medizinische Abteilung sogar eine mobile Kältekammer aufstellen – ein Zelt, das minus 85 Grad erreicht. „Wir wollen, dass Jannik in Runde zwei frisch wirkt, nicht nur fit“, sagte Cahill vor dem Match.
Alcaraz und djokovic lauern im gleichen tableau
Im oberen Halbdeckel droht bereits im Achtelfinale das Duell mit dem Spanier Alcaraz. Djokovic wiederum landete im unteren Teil und könnte erst im Finale auf Sinner treffen – ein Rematch des epischen Halbfinals von Melbourne, das der Serbe nach fünf Sätzen für sich entschied. Sinner selbst scherzte nach dem Training: „Ich muss mir keine Filme mehr ansehen, die Gegner sind Spannung genug.“
Svrcina wird heute Nacht (MESZ 4:00, live auf Sky Sport) vor allem mit dem Rückhand-Longline attackieren. In der Qualifikation traf er 78 % der Second-Serve-Returns – eine Statistik, die Sinner-Co Cahill auf dem iPad schon um 23:15 Ortszeit studierte. „Wenn Dalibor drei Breaks holt, wird es eng. Aber wenn Jannik früh die Base-Line übernimmt, ist der Matchplan klar“, sagte Cahill.
Die Wüste um Indian Wells glüht tagsüber wie ein Backofen, nachts kühlt sie auf 12 Grad ab. Genau diese Schwankung nutzt Sinner, um seine Lungenkapazität zu erhöhen – ein Trick, den er von seinem Physiotherapie-Team gelernt hat. Die Daten seiner letzten 15 Matches zeigen: Gewinnt Sinner den ersten Satz, gewinnt er auch 87 % der Duelle. Svrcina indes holte in der Quali dreimal den Satz nach Rückstand – Mentalität also inklusive.
Nach dem Match kommt keine Pause. Gewinnt Sinner, trifft er 48 Stunden später auf den Sieger der Partie Tiafoe gegen Humbert. Dann winken schon 200 Punkte und 101.000 Dollar – aber das weiß der Südtiroler längst. „Ich schaue nicht auf das Preisgeld, ich schaue auf das nächste Aufschlagspiel“, sagte er gestern nach dem Training. In der Wüste zählt jeder Schlag – und in der Wüste verflüchtigt sich schnell die Hoffnung des Gegners.
