Sinner jagt viertelfinal-ticket: montecarlo-ziehung bringt machac-test
Jannik Sinner muss gegen Tomas Machac ran – und das gleich als zweites Match auf dem Court Rainier III. Die Kugel fiel am späten Montagabend in der Monte-Carlo Country Club-Lounge, und sie verlangt dem Weltranglistenersten alles ab: Der Tscheche hat in den letzten zwei Wochen 14 von 15 Sätzen gewonnen und dabei Medvedev und Rublev aus dem Turnier geworfen.
Los geht’s am Dienstag um 11 Uhr mit Bergs gegen Zverev. Rechnet man Warm-up, Bälle wechseln, kurze Atempause, landen wir bei Sinner gegen Machac gegen 13:05 Uhr. Keine fünf Stunden später steht schon das Viertelfinal-Bullenfutter auf dem Programm – Alcaraz wartet auf den Sieger aus Etcheverry und Atmane.

Matteo berrettini bekommt den frühen dienstag
Der andere italienische Hoffnungsträger darf direkt aufschlagen: Matteo Berrettini trifft um 11 Uhr auf den Brasilianer João Fonseca. Der 17-jährige Qualifikant hat in Monte Carlo bereits Musetti und Tiafoe versenkt – mit seinem Kick-Aufschlag und der ungestümen Vorhand ein echter Sand-Geier. Für Berrettini ist es der erste Auftritt auf dem Hauptcourt seit Wimbledon 2022. Das Stadion ist ausverkauft, die VIP-Logen quellen über, und die Wetter-App verspricht 23 Grad und sengende Sonne über der Baie de Roquebrune.
Sinner und Berrettini haben übrigens das Doppel abgesagt. Die Entscheidung fiel nach dem Dreisatz-Krimi gegen Kubot und Melo – logische Konsequenz: lieber eine zusätzliche Erholungseinheit als zusätzliche Kilometer auf den Beinen. Die Physios sprechen von „mikroskopischen Schritten“, die in der Schlussphase der Saison über Sieg und Niederlage entscheiden.
Die Zahlen? Sinner führt die Head-to-Head-Statistik gegen Machac mit 1:0, aber das einzige Duell datiert aus dem Jahr 2021 – auf Hartplatz in Antwerp, als der Südtiroler noch Weltnummer 65 war. Machac hat sich seither 37 Plätze nach oben gearbeitet und zuletzt in Miami das Achtelfinale erreicht. Sein Coach, der ehemalige Top-10-Spieler Radek Štěpánek, schwärmt von „einer neuen mentalen Reife“. Der Druck liegt trotzdem bei Sinner – und der weiß das.
Wenn er durchkommt, wartet möglicherweise Alcaraz. Das spanische Superhirn hat seit dem Saisonstart 19 von 21 Matches gewonnen und auf Sand eine Bilanz von 12:0. Die beiden haben in diesem Jahr noch nicht gegeneinander gespielt – ein Duell, das die Tennisszene schon seit Wochen sehnt. Doch zuerst muss Machac weg. Und der Tscheche ist bekannt dafür, dass er große Namen gerne nach Hause schickt.
Montecarlo gilt als Generalprobe für Roland-Garros. Wer hier im April die Muskeln spielen lässt, demonstriert der Konkurrenz, wer im Mai die Geschwindigkeit vorgibt. Sinner will den Feinschliff, Berrettini will das Comeback. Beide bekommen ihn – nur einer kann weiterträumen. Die Uhr tickt, die Sonne brennt, das Mittelmeer glitzert. Am Ende zählt ein einziger Breakball.
