Silber-rettung für team d: staffel schlägt alarm um forsters fehlstart
Die deutschen Skilangläufer haben in Cortina d’Ampezzo mit der Silber-Staffel noch einmal zugegriffen – und damit verhindert, dass die Paralympics zur Total-Katastrophe für den DBS werden. 5,4 Sekunden fehlten Theo Bold, Sebastian Marburger, Linn Kazmaier und Marco Maier auf China, doch das rettet nicht nur die Stimmung, sondern auch das Prestige des Verbands: Es ist die erste Staffel-Medaille seit acht Jahren.
Anna-lena forster schläft mit viertem platz
Während das Quartett im Zielraum noch die Arme um sich warf, saß die eigentliche Gold-Hoffnung im Monoski auf der Rückfahrt ins Team-Hotel. Anna-Lena Forster hatte sich die Tränen aus den Augen gewischt, 0,08 Sekunden fehlten auf Bronze – in ihrer Königsdisziplin Slalom. Die 30-Jährige aus Radolfzell, sonst ein Zugriffsmodell auf zwei Beinen, verpasste das Triple nach Pyeongchang 2018 und Peking 2022. Der Hang in Tesero war zu flach, um ihr Tempo zu verstetigen, sagte sie. „Brutal bitter“ nannte sie das. Der Deutsche Behindertensportverband schwankt nun bei nur zwei Goldmedaillen – Negativrekord in Sicht.
Die Mixed-Staffel mit Nico Messinger, Anja Wicker, Leonie Walter und Lennart Volkert landete ebenfalls knapp vor dem Podest – 13,9 Sekunden auf die USA, Rang vier. Für Andrea Rothfuss war’s im stehenden Slalom das letzte Rennen ihrer Paralympics-Karriere, sie wurde Siebte. Anna-Maria Rieder fuhr auf Platz sechs, ebenfalls ohne Edelmetall. Die 17-jährige Maya Fügenschuh wurde Zehnte in der Sehbehinderten-Klasse.

Letzte chance auf schadensbegrenzung
Am Schlusstag bleibt wenig Pulver. Realistische Chancen auf weitere Podestplätze gibt es vor allem im Langlauf über 20 km. Der Slalom der alpinen Männer gilt als Außenseiter-Rennen. Fahnenträgerin Rothfuss und Snowboard-Pionier Christian Schmiedt werden Deutschland dann ins Curling-Stadium tragen – mit der Fahne, aber wohl ohne weitere Gold-Gewissheit. Die Bilanz: 16 Medaillen, Platz vier im Nationenranking, das Minimalziel „Top sechs“ erreicht. Die Magie, die man sich nach Forsters Vor-Saisons-Siegesserie erhofft hatte, blieb aus. Nun heißt es: erst mal durchatmen, dann Bilanz ziehen. Die Athleten haben geliefert, das System steht auf dem Prüfstand.
