Silas bricht sich bein: mainz verliert europas turbo – und das ist erst der anfang
Silas Katompa Mvumpa lag auf dem Rasen, die Hand über dem Gesicht, und keiner ahnte, dass der 1. FSV Mainz 05 gerade seine Europapokal-Träume mit einem Knacken begrub. Der Stürmer zog sich im Achtelfinal-Hinspiel der Conference League gegen Sigma Olmütz einen offenen Bruch von Schien- und Wadenbein zu – und fällt monatelang aus.
Die nacht, in der mainz zwei mal null gewann
0:0 stand es, als Silas in der 67. Minute mit einem Gegenspieler kollidierte. Das Ergebnis rettete das Viertelfinale, aber der Preis ist brutal: kein Silas, keine Durchschlagskraft. „Das tut einfach weh“, sagte Trainer Urs Fischer, noch mit Olmütz-Kunstrasen im Haar. „Er war gerade wieder im Rhythmus, drei Monate hatte er gefehlt – und nun das.“
Der 27-Jährische wurde sofort in die Uniklinik Olmütz gebracht, dann folgt ein Sonderflug ins Mainzer Zentrum für Orthopädie. Operation, Metall, Monate Reha. Die Saison ist für ihn gelaufen, der Europacup ohne ihn ein offener Wunden-Pokal.

Fischer kassiert die kalte rechnung
Am Sonntag geht’s schon weiter: Bremen, 15.30 Uhr, Liga-Alltag. „Die Bilder müssen wir irgendwann aus dem Kopf bekommen, aber Luftsprünge mache ich keine“, sagt Fischer. Mainz muss jetzt mit Lee, Onisiwo und dem 18-jährigen Lemke auskommen – ein Angriff, der gestern noch Zukunft hieß, heute Notlösung ist.
Der Club liegt in der Bundesliga im sicheren Mittelfeld, doch der Europapokal-Rankings-Punkteverlust droht. Jeder Sieg zählt doppelt: fürs Achtelfinale und für das UEFA-Koeffizienten-Konto, das den fünften Champions-League-Platz sichert. Ohne Silas wird das Rechnen schwerer.
Die Fans sangen gestern noch „Europa wir kommen“, heute stehen sie vor der Realität: Mainz kann das Viertelfinale erreichen, aber ohne ihren Kongo-Bullen wird die Reise nicht weniger als ein Kraftakt.
