Siegemunds lehrstunde gegen swiatek: kein wunder in stuttgart

Laura siegemund hatte sich vorgenommen, im Stuttgarter Achtelfinale ein Spektakel zu inszenieren. Gegen Iga Swiatek, eine der größten Anwärterinnen auf den Titel, wollte die Lokalmatadorin mit aggressivem Tennis überraschen. Doch am Ende stand eine deutliche Niederlage zu Buche. 2:6, 3:6 – die Rechnung war längst bezogen, bevor die Zuschauer wirklich in Fahrt gekommen waren.

Die dominanz der polnischen nummer eins

Die dominanz der polnischen nummer eins

Von Anfang an hatte Swiatek die Partie im Griff. Siegemund, die 2017 bereits in Stuttgart triumphierte, fand kaum Mittel, um das Spiel der Weltklassespielerin zu stören. Schnelle Vorhand-Gewinne, präzise Platzierungen und eine beeindruckende mentale Stärke zeichneten Swiateks Auftritt aus. Die Schwäbisch Gmünderin wirkte oft wie gefangen, konnte kaum eigenen Druck aufbauen.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer blitzte kurz auf, als Siegemund nach einem Ausrutscher Swiateks und einigen Doppelfehlern der Polin auf 2:3 verkürzen konnte. Doch der Moment war verflogen. Swiatek konterte umgehend und kontrollierte den ersten Satz souverän. Im zweiten Durchgang setzte sich der Trend fort: Siegemund verlor ihre Aufschläge, Swiatek diktierte das Tempo und ließ ihrer Gegnerin kaum Luft zum Atmen.

Die Ursachen für Siegemunds Misserfolg liegen nicht nur im brillanten Spiel Swiateks. Auch eigene Fehler trugen zu ihrer Niederlage bei. Unnötige Fehler im Aufschlag und eine fehlende Konstanz im Spiel führten dazu, dass sie selten in Führung gehen konnte. Die Aufgabe im Billie Jean King Cup, bei der Siegemund und Lys aus Verletzungsgründen absagen mussten, könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben - eine gewisse Frustration war erkennbar.

Eva Lys zog als einziger deutsche Hoffnungsträger ins Viertelfinale ein, ihr Duell gegen Elina Svitolina steht noch aus. Die Stuttgarter Debütantin Noha Akugue scheiterte hingegen bereits in der ersten Runde deutlich an Alycia Parks. Der Traum von einem deutschen Erfolgserlebnis im Stuttgarter Turnier ist damit erstmal geplatzt.

Swiatek hingegen demonstrierte eindrucksvoll ihre Ambitionen im Rennen um den Gesamtsieg und signalisierte ihren Konkurrentinnen: In Stuttgart ist mit ihr zu rechnen. Die Dominanz der Weltklassespielerin war unbestreitbar, und Siegemund musste sich einer Gegnerin beugen, die an diesem Tag schlichtweg zu stark war.