Sieben wm-silber-töchter zündeln im porsche-tempel – pokal-kracher ohne favorit

Die Stuttgarter Porsche-Arena verwandelt sich am Samstag in eine Schmelztiegel. Vier Teams, ein Pokal, null Planwirtschaft. Erstmalig seit der Pleite von HB Ludwigsburg liegt der DHB-Pokal der Frauen offen wie ein Strandkorb im Winter – und sieben Vizeweltmeisterinnen der Heim-WM wollen ihn klauen.

Alina Grijseels, Lisa Antl, Sarah Wachter, Nieke Kühne, Alexia Hauf, Nina Engel und Mareike Thomaier. Die Namen klingen nach Sieg oder Tränen, je nach Tagesform. Alle gaben dem Silber von Hamburg 2025 das Gesicht, jetzt tragen sie vier verschiedene Farben. „So ausgeglichen war ein Final4 selten“, sagte Andreas Thiel, Präsident des Handballfachverbandes. Er lügt nicht. Die Buchmacher zittern.

Blomberg und bensheim jagen den ersten pokal

Die HSG Blomberg-Lippe war schon oft Gast im letzten Wochenende, nie aber Tänzer auf der Bühne. Gleiches gilt für HSG Bensheim/Auerbach. Beide Vereine könnten am Sonntag Geschichte schreiben – oder sich selbst in der Kuriositätensammlung verewigen. Der THC hingegen kennt den Geschmack von Champagner: 2011, 2013, 2019 stand der Club auf dem Podest. Borussia Dortmund feierte den Pokal 1997, als Grijseels noch im Sandkasten stand.

16.15 Uhr, Samstag: Bensheim trifft auf Thüringen. 18.45 Uhr: Dortmund fordert Blomberg heraus. Die Uhrzeiten sind fest, die Nerven flatterhaft. „Wir sind ein bisschen favorisiert“, sagte Kühne mit dem Blick auf den Gegner. Sie lacht, aber ihre Augen glühen. Die Tagesform wird entscheiden – und die Frage, wer die lauteste Kehle im Block behält.

Der pokal schlägt, die liga bebt

Der pokal schlägt, die liga bebt

Die Bundesliga-Spitze hat sich selbst eingeladen. Platz eins, drei, vier und fünf bilden das Halbfinale-Tableau. Die Quoten sind so eng wie ein Siebenmeter gegen Silje Solberg. Kein Klub kann sich hinter früheren Triumphen verstecken, kein Star auf alten Statistiken ausruhen. Die Insolvenz von Ludwigsburg hat das Machtvakuum nicht einfach geöffnet – sie hat es gesprengt.

Am Ende bleibt eine Faustregel: Wer zuerst trifft, legt sich die Zielscheibe um. Der Pokalsieger wird am Sonntag 16.15 Uhr gekrönt – und mit ihm vielleicht eine neue Ära. Die Porsche-Arena wird donnern. Die Sieben Silber-Töchter auch. Und Deutschland fragt sich, warum Handball so laut sein kann, wenn Leidenschaft stattet.