Shiffrins bewegende worte: so verarbeitete sie den verlust ihres vaters

Sechs Jahre sind vergangen, seit der tragische Tod von Jeff Shiffrin, Mikaela Shiffrins Vater. In einem emotionalen Gespräch im CNN-Podcast „All There Is“ blickt die erfolgreichste Skirennläuferin aller Zeiten zurück auf die schmerzhaften letzten Stunden und die tiefe Trauer, die sie bis heute begleitet.

Ein anruf, der alles veränderte

Der Moment, als Mikaela Shiffrin von dem Unfall ihres Vaters erfahren musste, war schrecklich. „Ich bekam einen Anruf von meinem Bruder. Er sagte: ‚Papa hatte einen Unfall und ihr müsst nach Hause kommen‘“, erinnert sie sich mit brüchiger Stimme. Jeff Shiffrin stürzte Anfang 2020 bei Arbeiten am Familienhaus in Edwards, Colorado, vom Dach. Shiffrin eilte sofort zur Familie und verbrachte die letzten Stunden an der Seite ihres Vaters.

Die Erinnerung an die letzten Momente ist schmerzhaft, aber auch von tiefer Verbundenheit geprägt. Sie beschreibt, wie sie sich an seinen Bett kroch, seinen Arm um sich legte und ihm versicherte, dass sie da war. „Ich legte meinen Kopf auf seine Brust und konnte sein Herz noch schlagen hören“, erzählt sie bewegt. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Vater bereits schwer verletzt und lebte nur noch dank lebenserhaltender Maßnahmen.

Nach neun Stunden an der Seite ihres Vaters gaben die Ärzte schließlich das Signal, die Geräte abzuschalten. „Ich habe gehört, wie sein Herz aufgehört hat, zu schlagen“, berichtet Shiffrin. Der Tod ihres Vaters, der am 2. Februar vor sechseinhalb Jahren an den schweren Kopfverletzungen erlag, hinterließ eine tiefe Wunde.

Die rückkehr in den wettkampf und die bleibende trauer

Die rückkehr in den wettkampf und die bleibende trauer

Die Folgen des Verlustes waren für Shiffrin immens. Sie nahm beim darauffolgenden Weltcup in Soldeu nicht teil und kehrte erst Mitte März beim Super-G in Val di Fassa in den Wettkampf zurück, wo sie als 31. finishte und den Gesamtweltcup auf Platz 2 beendete. Die Trauer begleitet sie jedoch bis heute.

Auch nach ihrem dritten Olympia-Gold 2026 konnte sie den Triumph nicht vollends genießen. „Diesen großen Triumph mit dem Menschen, den man so sehr geliebt hat, nicht teilen zu können, ist nicht einfach“, gestand sie. Der Wunsch, dass ihr Vater sie bei ihren Erfolgen gespürt hätte, drückt sie mit den Worten: „Ich würde es gerne glauben, aber ich denke nicht wirklich, dass er mich gespürt hat. Ich bin einfach dankbar dafür, dass ich seine Hand halten konnte und ihn spüren durfte, als sein Körper noch warm war, um mich zu verabschieden.“

Shiffrins offene Worte sind ein eindringliches Beispiel dafür, wie der Verlust eines geliebten Menschen auch für Top-Athleten eine enorme Belastung darstellen kann – und wie sie dennoch die Kraft finden, weiterzumachen und ihre Träume zu verfolgen. Die Erinnerung an ihren Vater wird sie stets begleiten und zu Höchstleistungen anspornen.