Shaqiri ballert mit 52-tore-quote die liga weg – keiner trifft so gnadenlos
Xherdan Shaqiri jagt dem Torwart die Lederkugel formlich hinterher – und trifft. 21-mal hat der 32-Jährige diese Saison abgezogen, elfmal zappelte der Ball. 52,4 Prozent Trefferquote. Das ist kein Druckfehler, das ist reine Effizienz, die selbst die Excel-Tabellen in der Super-League-Zentrale zum Glühen bringt.

Christian fassnacht folgt auf distanz
Den nächsten Jäger sieht man erst im Rückspiegel: Young-Boys-Rechtsaußen Christian Fassnacht kommt auf 15 Treffer aus 29 Schüssen – 51,7 Prozent. Für Normalverdiener eine Traummarke, für Shaqiri ein kleiner Vorsprung, den er sich mit jedem weiteren Schuss ausbauen könnte. Das Duo hat die Liga in zwei Kategorien gespalten: Wer trifft, und wer verschwendet.
Denn hinter den beiden lauern die Verschwender. Matteo Di Giusto und Philippe Keny haben je zwölf Tore erzielt – benötigten dafür aber 34 Schüsse. 35,3 Prozent. Gut jedes dritte Ding sitzt. Klingt nach Mittelfeld, ist es auch. Beide sind trotzdem die besten Schützen ihrer Klubs, was die Misere der Tabellenkeller erklärt: Wenn deine Killer nur jeden dritten Versuch versenken, landest du unten.
Shaqiri dagegen spielt in einer eigenen Liga. Seine Elf-Tore-Gala ist kein Zufall, sondern Resultat eines Selbstverständnisses: Der Ball muss ins Netz, egal wie eng der Winkel, egal wie nah der Gegner. Wer ihm auf dem Trainingsplatz zuguckt, sieht einen Routinier, der die Laufbahn des Keepers schon vorher berechnet. Die Zahlen sprechen für ihn – und gegen den Rest der Torjägerliste.
Thun ringt derweil um den Anschluss, Basel sammelt Punkte, doch die wahre Geschichte dieser Spielzeit schreibt der kleine Schweizer mit dem Linksfuß aus Chicago. Seine Quote ist kein statistisches Kuriosum, sondern ein Statement: Ich brauche keine zehn Chancen, ich brauche eine. Und die verwandle ich. Punkt.
