Sevilla: stürmer-umbau steht an – wer bleibt, wer kommt?
José Ignacio Navarro hat vor sich eine Mammutaufgabe: Die Neubesetzung der Offensive beim Sevilla FC. Nach einem Abstiegskampf, der bis zur letzten Sekunde andauerte, muss nun entschieden werden, wer in Zukunft die Tore erzielt und wer aussortiert wird. Die Lage ist komplex, die Zeit drängt.
Die adams-karte: hoffnungsträger und münze für transfers
Akor Adams hat sich im Saisonverlauf als einziger Lichtblick in der Offensive etabliert. Mit zehn Treffern und vier Vorlagen präsentierte sich der Nigerianer als treffsicherer Stürmer und könnte für Sevilla eine beträchtliche Transfersumme einbringen. Der Olympique Marseille zeigt bereits reges Interesse, was die Verantwortlichen in Sevilla in die Pflicht nimmt, die Situation sorgfältig zu prüfen. Adams ist derzeit die einzige Konstante im Sturm, doch seine Zukunft hängt offenbar von den finanziellen Möglichkeiten des Klubs ab.
Rafa Mir, der auf Leihbasis beim Elche spielte, stellt ein weiteres Problem dar. Seine acht Tore in 29 Spielen sind zwar ordentlich, doch der laufende Rechtsstreit mit Elche macht eine Kaufoption unwahrscheinlich. Mit einem Jahresgehalt von über vier Millionen Euro und einem Vertrag bis 2027 stellt Mir eine erhebliche finanzielle Belastung dar, die in Zeiten des Sparkurses vermieden werden muss. Die Gehaltsliste muss drastisch reduziert werden.

Alexis sánchez: die frage der loyalität und der führung
Die Situation um Alexis Sánchez ist weiterhin unklar. Der Chilene war in der Schlussphase der Saison entscheidend für den Klassenerhalt, befindet sich aber derzeit im Urlaub, ohne eine Verlängerung seines Vertrages in Sicht. Ein Verbleib zu reduzierten Bezügen wäre für Sevilla von großem Wert, da er dem Team dringend die benötigte Führungsqualität verleihen könnte. Doch die Zeit läuft ab, und ein Abgang des Routiniers kann nicht ausgeschlossen werden.
Neben Adams scheint nur Isaac Romero eine feste Zukunft in Sevilla zu haben. Der junge Angreifer erzielte in 31 Spielen fünf Tore und könnte in der kommenden Saison eine größere Rolle spielen. Neal Maupay kehrte nach seiner Leihe nach Marseille zurück, und Sevilla wird voraussichtlich nicht von der Kaufoption in Höhe von fünf Millionen Euro Gebrauch machen. Gerüchte um Joselu Mato gab es zwar, doch der Wechsel scheitert an der Abberufung von Antonio Cordón.
Die sportliche Leitung von Sevilla steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Die Offensive muss nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ verbessert werden. Die Finanzlage des Klubs schränkt die Möglichkeiten ein, doch kreative Lösungen sind gefragt, um den Angriff wieder konkurrenzfähig zu machen.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Ob Navarro es gelingt, die richtigen Spieler zu finden und die finanzielle Situation in den Griff zu bekommen, wird letztendlich über den Erfolg von Sevilla in der nächsten Saison entscheiden.
Die Suche nach neuen Stürmern ist in vollem Gange – ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem es um viel geht.
