Sevilla am abgrund? präsident kämpft um überleben
Ein Schock geht durch den andalusischen Fußball: José María del Nido Carrasco, Präsident von Sevilla FC, hat in einem emotionalen Interview seine tiefe Besorgnis über die Zukunft des Vereins offenbart. Nach der knappen Rettung vor dem Abstieg und dem gescheiterten Kaufangebot von Sergio Ramos zeichnet sich eine Zerreißprobe ab, die den Verein in eine ungewisse Zukunft stürzt.

Die last der verantwortung: del nido carrasco unter druck
Die Worte des Präsidenten hallen nach. Er spricht von Todesdrohungen in den sozialen Medien, von einem Zustand, in dem er ohne finanzielle Mittel agieren muss und von der existentiellen Frage, ob er überhaupt weitermachen soll. „700 Millionen Mal habe ich mir überlegt, zu gehen“, gestand er, „aber ich tue, was nötig ist, um Sevilla zu retten.“ Seine Loyalität gegenüber dem Verein ist unbestreitbar, doch die Situation scheint ihn an seine Grenzen zu bringen.
Die Verhandlungen mit Sergio Ramos, dem ehemaligen Idol des Vereins, scheiterten. Del Nido Carrasco betonte, dass er Ramos stets unterstützt habe, erinnerte aber daran, dass er ihn im Januar abgelehnt hatte, als dieser zurückkehren wollte. „Ich sagte ihm, es sei nicht der richtige Zeitpunkt, solange ein Due-Diligence-Prozess läuft. Und ich glaube, wir haben damit richtiggelegen.“
Ein finanzielles Wrack? Der Präsident zeichnete ein düsteres Bild der finanziellen Lage. Die Nettoschulden des Vereins belaufen sich auf 88 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr konnte zwar ein Verlust reduziert werden, doch die Situation bleibt angespannt. „Wir haben eine Situation kontrollierter Schulden, aber ein Problem mit dem Gehaltslimit“, erklärte er. „Wir können weder Juan Iglesias noch Jon Guridi melden, und wir müssen Geld aus vergangenen Transferperioden verwenden, um Spieler anzumelden.“
Die Entscheidung der Großaktionäre, den Verein zu verkaufen, kam für Del Nido Carrasco scheinbar überraschend. Er betonte, dass er noch nie an einem Verkauf seiner Anteile teilgenommen habe. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Zukunft von Sevilla FC zu bestimmen. Der Verein befindet sich in einer Phase des Umbruchs, und es bleibt abzuwarten, ob die neuen Eigentümer in der Lage sein werden, den Verein wieder auf Kurs zu bringen.
Del Nido Carrasco zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Liga, die Investoren und die Finanzierer den richtigen Weg vorgeben. Er sprach von „drei der härtesten Wochen seines Lebens“, die jedoch auch eine Chance darstellen, den Verein wirtschaftlich zu regenerieren. Die Entscheidung, 100 Millionen Euro an Kosten zu senken, habe beeindruckt, selbst Investoren wie Five Eleven hätten dies als lobenswert erachtet.
Die aktuelle Kassenlage ist mit über 50 Millionen Euro komfortabel, aber das Eigenkapital zum Zweck der Auflösung beträgt nur 104,3 Millionen Euro. Die Rettung von Sevilla ist keine Selbstverständlichkeit, und der Kampf um den Verein geht weiter.
