Serie-a-clan stellt sich hinter malagò – lotito und zanzi rebellieren

Mailand rückt zusammen, nachdem die Nation am Boden liegt. Kaum 48 Stunden nach dem WM-Desaster haben die 20 Klubchefs der Serie A in der Via Rosellini die Weichen für die Nach-Gravina-Ära gestellt. Giovanni Malagò, 67, Ex-Coni-Chef und Mastermind hinter Milano-Cortina 2026, steht kurz vor der Einigung als Kronpräsident der FIGC.

18 Stimmen sind sicher – zwei blockieren

Die großen Namen des Nordens – Juve, Inter, Milan – haben ihre Vetos bereits zurückgezogen. Auch Rom, Neapel und Bergamo signalisieren Zustimmung. Damit hat Malagò laut Insidern 18 der 20 nötigen Stimmen sicher. Bleiben die Dissidenten: Claudio Lotito (Lazio) und Italo Zanzi (Hellas Verona). Lotito wettert gegen „eine Sportpolitik aus dem alten Glanz“, Zanzi fordert „frische Impulse statt ewiger Rotation“. Ihre Ablehnung ist laut, aber rechnerisch bedeutungslos.

Die Deadline läuft am 13. Mai ab, gewählt wird am 22. Juni. Wer jetzt noch eine Gegenkandidatur plant, braucht entweder ein Wunder – oder die Geduld, bis 2027 nachzurüsten. Denn Malagò bringt das, was italienischer Fußball nach drei verpassten Weltturnieren am meisten braucht: Netzwerk, TV-Gelder und ein IOC-Adressbuch.

Die stunde der machtfrage

Die stunde der machtfrage

Im Saal herrscht trotz verspäteter Züge Spannung wie vor einem Derby. Die Klubvertreter wissen: Wer heute nicht lacht, kann morgen vom Kartentisch verschwinden. Die neuen Regeln zur Verteilung der internationalen Einnahmen, die Reform der Primavera-Liga, die Stadien-Modernisierung – alles hängt an der Unterschrift des künftigen FIGC-Chefs. Malagò hat schon in seiner Coni-Zeit bewiesen, dass er Budgets schneller auftreibt als ein Transferberater einen Stürmer.

Die Frage ist nicht mehr, ob er gewinnt, sondern wie hart er die verbliebenen Kritiker in die Ecke drängt. Lotitos Warnung vor „zentralistischer Rückwärtsgewandtheit“ klingt wie ein Echo aus vergangenen Jahrzehnten. Die Realität lautet: 18 gegen 2, der Zug rollt, der Widerstand bleibt auf dem Bahnsteig.

Italiens Fußball sucht einen Retter, die Serie A liefert ihm einen Manager. Ob das reicht, um 2026 wieder eine WM-Qualifikation zu überstehen, entscheidet sich nicht in Mailand, sondern auf dem Platz. Nur eines ist sicher: Mit Malagò an der Spitze wird es keine Ausreden mehr geben. Dann zählt nur Ergebnis – und die Rechnung läuft ab sofort auf italienisch.