Serie-a-31. spieltag: diese abwehr-profis versenken dein fantasy-team
Wer jetzt noch auf Ceccherini oder Nelsson setzt, ist selbst schuld. Die 31. Serie-A-Runde startet am Samstag um 15 Uhr mit Sassuolo gegen Cagliari und endet am Montagabend mit dem Kracher Napoli – Milan. Ich habe die Listen gecheckt, Kicker gesprochen und die Zahlen gewürgt. Ergebnis: Drei Abwehrtypen, zwei Rohrkrepierer – und eine Überraschung, die selbst die Buchmacher übersehen.
Die unantastbaren: bremer, bastoni & co.
Bremer ist nicht nur Titelfavorit mit Juve, sondern auch Top-Scorer der Torhüter-Helden. Sein Kopfballquotient seit Februar: 0,42 xG pro Spiel – Innenverteidiger! Gleiches gilt für Bastoni, der vor dem Sechzehner mitspielt wie ein Box-to-Box-Mittelfeldspieler. Inter hat in den letzten fünf Partien nur ein Gegentor kassiert, Bastoni steht bei vier Vorlagen. Wer die beiden jetzt noch auf der Bank lässt, braucht sich nicht über Platz 473 im Liga-Ranking zu wundern.
Hinten rechts lohnt der Blick auf Dumfries. Der Niederländer liefert seit Wochen Laufleistungen jenseits der 11-Kilometer-Marke. Milan-Linksverteidiger Hernández steht vor seiner fünften Gelbsperre – Dumfries wird ihn rundenlang beschäftigen. Kurz: Die Niederlage des Gegners beginnt schon in der Vorberichterstattung.

Die grauzone: viel rauch, wenig feuer
Spinazzola ist fit, aber Roma spielt in Verona. 40 % Ballbesitz, dazu ein Kunstrasen, der seine Sprünge dämpft. Die Expected-Assists-Quote fällt um 38 %, wenn er nicht im Olympico kickt. Gleiches gilt für Scalvini. Atalanta trifft auf Empoli, doch der Coach rotiert wegen der Europa-League-Pläne. Wer hier auf Clean-Sheet-Punkte hofft, würfelt mit zwei Sechsern.
Die Berliner Kempf und Smolcic klingen nach Value, doch Hertha kassierte in Auswärtsspielen schon 29 Gegentore. Die Wahrscheinlichkeit für ein Tor gegen den eigenen Keeper liegt bei 68 % – statistisch gesehen ein Bannstrahl für jeden Fantasy-Manager.

Die leichen im keller: besser weglassen
Ceccherini spielt für Hellas Verona, seit drei Spielzeiten kein Sieg im Friuli. Die xGA (expected goals against) klettert auf 2,1 pro Partie. Noch schlimmer: Nelsson bei Galatasaray ist gelbgesperrt, trotzdem landet er auf 12 % der Aufstellungen. Grund ist ein Bug in einer großen Fantasy-App – wer ihn aktuell reinsetzt, bekommt automatisch Null Punkte. Das ist kein Tipp, das ist eine Warnung.
Oyegoke und Folino stehen bei Aufsteigern, die hinten offen wie ein Scheunentor wirken. Die Quote, dass mindestens ein Abwehrspieler unter Note 4 fällt, liegt bei 71 %. Wer hier nach Bonuspunkten angelt, zockt gegen die eigene Nervosität.

Die heimliche waffe: kelly in bergamo
Versteckt in der zweiten Reihe taucht Kelly von Bournemouth auf – Leihgeschäft, sofort gesetzt. Bergamo spielt mit drei statt vier Kettengliedern, Kelly übernimmt die halbrechte Position. Seine Passgenauigkeit: 92 %, dazu zweikampfstark im Luftduell. Gegen ein angeschlagenes Empoli, das nur mit 1,0 xG daherkommt, kann er der Schlüssel zum unerwarteten 6er-Pack sein. Die Buchmacher liegen noch im Dornröschenschlaf – 13 % Besitzerquote. Die Zeit tickt.
Fazit: daten sind halb, gefühl auch
Serie A ist kein Kindergeburtstag. Die Tabelle lügt nicht, aber sie schweigt über Mikroverletzungen, Streiks in der Kabine und den Trainer, der über Nacht das System umstellt. Ich setze auf Bremer, Bastoni und den blinden Gehäusewert von Kelly. Alles andere ist Roulette – und am Montagabend heißt es dann: Napoli gegen Milan. Da zählt nur noch der Blick auf den Live-Ticker und das leise Hoffen, dass die eigenen Abwehrhelden nicht plötzlich auf der Tribüne sitzen. Die Saison entscheidet sich in den Details – und in den 90 Minuten, die jetzt kommen.
