Serie b-zensuren: pescara jubelt, ashley cole patzt – die 31. spieltag-noten

Pescara feiert den zweiten Saisonsieg, Ashley Cole startet mit einem Déjà-vu-Patzer ins neue Kapitel – und in der Serie B kriseln wieder einige Großkaliber. Die 31. Runde liefert die nächsten Abstiegs-Kandidaten und einen Aufstiegs-Favoriten mit Fragezeichen.

Pescara wacht auf – und wie

Die Adria-Truppe war acht Spiele sieglos, dann zerlegt sie Frosinone 4:0. Trainer Marco D’Aversa stellte um auf 3-4-2-1, stellte Ledesma ins Zentrum und plötzlich rollt der Ball wieder. Drei Assists, ein Tor – der 35-jährige Argentinier spielt wie in seinen Lazio-Tagen. Die Kurve singt „Torero“, die Mannschaft spielt sich warm. Plötzlich ist der achte Tabellenplatz nur noch drei Punkte entfernt.

Doch die wahre Geschichte des Spieltags steht in der Defensive – oder besser: vor ihr.

Ashley cole: flop mit premier-league-vergangenheit

Ashley cole: flop mit premier-league-vergangenheit

Der Ex-Engländischer Nationalspieler ist seit Januar Coach bei Como, soll den Aufstiegs-Tross zügeln. Gegen Reggiana kassiert seine Elf in der 3. Minute den Gegentreffer nach Standardsituation – genau die Baustelle, an der Cole seit Wochen werkelt. Die Pressekonferenz danach dauert 73 Sekunden, seine Miene: Beton. Como rutscht auf Rang fünf, der direkte Aufstieg droht zu entgleiten. Die Fans fragen lautstark: „Wann lernt er endlich italienische Defensive?“

Bei den Buchmachern sinkt die Quote für Comos Aufstieg von 2,30 auf 4,75 – ein Einbruch, der spricht.

Cremonese und parma: spitzenreiter mit beulen

Cremonese und parma: spitzenreiter mit beulen

Tabellenführer Cremonese gewinnt 2:1 in Südtirol, doch die Leistung ist müde. Drei Schlüsselspieler mit Muskelproblemen, ein Eigentor glückt nur knapp nicht. Trainer Bisoli zückt nach Abpfiff keine Faust, sondern ein Zettelchen mit der Aufstellung für Mittwoch – 72 Stunden Pause, dann geht’s nach Palermo. Die Serie von acht Siegen in Folge könnte reißen.

Parma bleibt dank eines späten Elfmeters gegen Ternana auf Tuchfühlung. Der Druck kommt von Süden: Venezia gewinnt das Friaul-Derby, rückt auf zwei Punkte heran. Die Lagune ist wieder heiß für Serie A.

Abstiegs-krimi: lecco und ascoli im freien fall

Lecco kassiert gegen Modena die fünfte Niederlage nacheinander – 0:3, keine Antwort. Trainer Marcolin sitzt nach dem Spiel allein auf der Bank, die Mannschaft hetzt in die Kabine. Die Abstiegs-Quote sinkt auf 1,12 – so gut wie sicher. Ascoli verliert 1:4 in Brescia, die Tabelle zeigt Platz 18. Präsident Bellini kündigt „umgehende Konsequenzen“ an – im Klartext: Der Coach fliegt vor dem Montag-Training.

Zwölf Spieltage bleiben, aber für beide Klubs reicht die Mathematik kaum mehr als Trost.

Die zahl, die alles sagt

13 – so viele Gegentore kassierte Como in den letzten fünf Partien. Keine Spitzenmannschaft der letzten zehn Jahre hatte eine derartige Defensive im Frühjahr. Wenn Cole nicht bald die Handbremse findet, wird der englische Kultstar zum italienischen Sorgenkind.

Am nächsten Sonntag empfängt Pescara schon Cittadella – ein Sieg und die Playoff-Träume leben. Für Cole geht’s nach Cosenza, wo die Löwen hungrig sind. Die Serie B schreibt ihre Geschichten schneller als ihre Torschützenkönige. Und die nächste Klatsche ist nur 90 Minuten entfernt.