Sensationelles japan schockt brasilien – martinelli rettet die seleção!
Rio de Janeiro – Das WM-Sechzehntelfinale hat für eine unfassbare Nervensache gesorgt! Rekordweltmeister Brasilien musste gegen ein kämpferisches Japan bis in die Nachspielzeit gehen, um sich mit 2:1 durchzusetzen. Ein Last-Minute-Treffer von Gabriel Martinelli sicherte den Sieg, doch der schmeckt nach einer Lehrstunde.
Japanische überraschungstaktik hält die seleção auf trab
Lange sah es nach einer weiteren Sensation aus asiatischer Sicht aus. Nach dem überraschenden Testspielsieg im Oktober präsentierte sich Japan erneut von seiner stärksten Seite und erwischte einen Traumstart. Kaishu Sano, ein Name, der in deutschen Fußballkreisen vor dem Turnier kaum bekannt war, brachte die brasilianische Abwehr in der 29. Minute völlig aus dem Konzept. Ein kapitaler Ballverlust von Danilo ermöglichte es dem Mainz-Mittelfeldspieler, ungestört zum 1:0-Treffer abzuschließen. Für Sano war es der erste Treffer im 16. Länderspiel – und ein umso bemerkenswerterer, wenn man bedenkt, dass er in 68 Bundesliga-Partien nur einmal traf. Er bewies, dass er in entscheidenden Momenten zur Stelle stehen kann.
Brasilien wirkte geschockt und fand kaum Mittel, um das japanische Bollwerk zu durchbrechen. Alisson musste sich bei mehreren gefährlichen Angriffen auszeichnen. Ein Treffer von Casemiro, der nach einer Verwirrung auf der Torlinie von Tomiyasu und Suzuki noch auf der Linie abprallte, verpasste knapp das 1:1. Die Szene war von einer solchen Dramatik, dass man sie kaum glauben konnte.

Casemiro gleicht aus, martinelli entscheidet die partie
Nach der Pause erhöhte Brasilien den Druck, doch Suzuki hielt seinen Kasten sauber. Dann kam die Erlösung: Casemiro stieg nach einer Flanke am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar ins Tor – 1:1! Das Stadion erbebte, aber die Partie war noch lange nicht entschieden. Vinicius Junior scheiterte am Aluminium, als er mit einem eleganten Trick seinen Gegenspieler tunnelt und den Ball mit der Innenseite am Pfosten vorbeischlenzerte.
Als es bereits nach Verlängerung zu gehen schien, bewies Gabriel Martinelli seine Wichtigkeit für die Seleção. In der 95. Minute nahm er den Ball im Strafraum an und schob ihn flach ins lange Eck. Der Jubel kannte keine Grenzen, während die japanischen Spieler entmutigt zusammenbrachen. Rayan, der vor dem Spiel noch gestand, keinen einzigen japanischen Spieler zu kennen, muss nun den Namen Kaishu Sano mit Respekt aussprechen.
Das Ergebnis ist eindeutig, doch der Respekt für die Leistung Japans steht außer Frage. Brasilien darf weiter von seinem sechsten WM-Titel träumen, aber dieser Sieg war ein Weckruf. Im Achtelfinale treffen sie auf Norwegen oder die Elfenbeinküste – ein Gegner, der ihnen sicher nicht in die Quere kommen wird. Der Traum von Brasilien lebt weiter, aber die Erinnerung an den Abend, an dem Japan sie an die Wand spielte, wird lange nachwirken.
