Sensation in spanien: blasi krönt vuelta femenina, deutsche im schatten
Ein überraschendes Finale prägte die Vuelta Femenina: Paula Blasi aus Spanien sicherte sich den Gesamtsieg, während die deutschen Fahrerinnen keine tragende Rolle spielten. Die 23-Jährige vom UAE–Team ADQ setzte sich nach einer dramatischen Königsetappe am L’Angliru durch und ließ die bisherige Spitzenreiterin Anna van der Breggen hinter sich.

Königsetappe entscheidet die rundfahrt
Die Entscheidung fiel auf der anspruchsvollen Königsetappe mit Bergankunft am L’Angliru. Mit einer Steigung von bis zu 23 Prozent auf 12,1 Kilometern forderte der Anstieg alles von den Athletinnen. Blasi konnte sich hier den entscheidenden Vorsprung erarbeiten und die Rundfahrt für sich entscheiden. Petra Stiasny aus der Schweiz sicherte sich den Etappensieg, als sie als Solistin das Ziel nach 132,9 Kilometern erreichte.
Ein Blick auf die deutschen Leistungen: Franziska Koch, die zu Beginn der Rundfahrt das Rote Trikot trug, konnte die zweimalige Weltmeisterin Lotte Kopecky nicht mehr vom Punktbeste-Trikot verdrängen. Liane Lippert fuhr lange in einer Spitzengruppe, war aber bei der finalen Entscheidung nicht mehr dabei. Ricarda Bauernfeind erreichte als beste deutsche Fahrerin den 16. Platz, blieb aber mit über vier Minuten Rückstand auf Stiasny deutlich hinter den Top-Positionen. Koch beendete die Rundfahrt als 45.
Die fehlende Durchschlagskraft der deutschen Mannschaft ist enttäuschend, besonders nach den Hoffnungen, die Franziska Koch zu Beginn geweckt hatte. Doch die Vuelta Femenina hat gezeigt, dass die Konkurrenz in der Frauenelite enorm stark ist und dass auch erfahrene Athletinnen an ihre Grenzen stoßen können. Die Diskrepanz zwischen Kochs anfänglichem Erfolg und ihrem späteren Ergebnis verdeutlicht die Unberechenbarkeit des Radsports.
Die spanische Fahrerin Paula Blasi hat mit ihrem Sieg eine neue Ära im spanischen Radsport eingeläutet. Ob diese Leistung ein erster Schritt zu weiteren internationalen Erfolgen sein wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Sie hat sich in die Geschichtsbücher der Vuelta Femenina geschrieben.
