Sensation in hamburg: melsungen stürmt zur european league!
Ein Handball-Märchen ging am Sonntag in Hamburg seinen fulminanten Lauf! Die MT Melsungen, lange unterschätzt, hat im packenden Finale der European League den Rekordmeister THW Kiel mit 24:23 bezwungen und damit eine Sensation perfekt gemacht. Vor über 12.000 Zuschauern in der Barclays Arena wurde ein Krimi erlebt, der die Handball-Welt in Atem hielt.
Die überraschungstaktik von melsungen
Während Kiel mit den Abwesenheiten von Madsen und Skipagøtu im Rückraum zu kämpfen hatte, präsentierte sich Melsungen als das spritzigere und taktisch klügere Team. Nebojsa Simic im Tor avancierte zum Matchwinner, parierte nicht nur einen entscheidenden Siebenmeter, sondern raubte den Kieler Angreifern immer wieder den Atem. Besonders Eric Johannsson fand an ihm kein Mittel.
Die Partie war von Anfang an ein enges Ringen, eine Abwehrschlacht, in der beide Teams alles gaben. Kiels Torwart Andreas Wolff, noch im Halbfinale überragend, fand in Simic seinen ebenbürtigen Gegenüber. Gonzalo Perez de Vargas sorgte zwar für etwas mehr Stabilität im Kielsischen Gehäuse, doch die MT behielt die Kontrolle und ging zur Pause mit 13:12 in Führung.

Der preis der champions league-hoffnung
Die EHF hat der MT Melsungen einen Startplatz in der Champions League in Aussicht gestellt – ein Preis, der weit über die 100.000 Euro Prämie für den Sieg hinausgeht. Zum Vergleich: Für den Gewinn der Europa League im Fußball erhielt Aston Villa lediglich 6,5 Millionen Euro. Der Handball-Titel öffnet somit Türen zu noch größeren Bühnen und finanziellen Möglichkeiten.
Im Publikum begeisterte sich auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, bekennender THW Kiel-Fan, für die spannenden 60 Minuten. Bundestrainer Alfred Gíslason hatte bereits vor dem Spiel gewarnt: „Melsungen hat den breiteren Kader.“ Er sollte Recht behalten. Die MT präsentierte sich als ein Team, das seine Stärken zum richtigen Zeitpunkt auszuspielen wusste.
Flensburg hingegen musste sich im Spiel um Platz drei gegen Montpellier mit einer 30:32-Niederlage begnügen. Eine enttäuschende Saison für die SG Flensburg-Handewitt, in der die Leistungen von Trainer Ales Pajovic zunehmend in der Kritik stehen. Gerüchte um eine Nachfolge durch Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson halten sich bereits hartnäckig.
Melsungen hingegen feiert – und das zu Recht. Der Triumph in Hamburg ist nicht nur der erste Titel der Vereinsgeschichte, sondern auch ein Beweis für die harte Arbeit und den unbändigen Willen einer Mannschaft, die es trotz aller Widrigkeiten geschafft hat, Geschichte zu schreiben. Der Handball-Sport hat einen neuen Star gefunden – und Deutschland einen neuen Hoffnungsträger für die Zukunft.
