Sennhenn entscheidet: haie erzwingen verlängerung im drama!
Köln – Ein Mann, ein Tor, eine Nacht für die Ewigkeit: Jan Luca Sennhenn katapultierte die Kölner Haie in der siebten Verlängerung mit seinem Treffer gegen die Schwenninger Wild Wings ins Halbfinale der DEL Playoffs. Das Spiel ging als das zweitlängste in der Liga-Geschichte ein, ein Spektakel voller Spannung und – für Sennhenn – einer unerwarteten Verspätung am Morgen.

Die verwirrung vor dem sturm
Der Tag begann für den 25-jährigen Verteidiger alles andere als ideal. Ein Kommunikationsproblem führte zu einer verspäteten Ankunft beim Teammeeting um 9 Uhr, nachdem ursprünglich 10 Uhr vereinbart waren. „Eine kleine Verwechslung in der Gruppe“, entschuldigte sich Sennhenn später bei MagentaSport, „aber anscheinend hat’s geholfen.“ Trainer Kari Jalonen nahm die Sache mit Humor: „Vielleicht braucht er ein bisschen mehr Schlaf.“ Ein ironischer Kommentar, der die Nerven vor dem epischen Spielgeschehen kaum beruhigen konnte.
Doch die vermeintliche Unpünktlichkeit offenbarte sich am Ende als nebensächlich. Denn als es ernst wurde, kurz vor Mitternacht, war Sennhenn hellwach und bereit. Nach 103 Minuten und 37 Sekunden, als die Partie bereits in ihren Tiefen schien, ließ er einen Schuss von der blauen Linie abziehen, den der überragende Torhüter Joacim Eriksson nicht mehr abwehren konnte. Der Jubel in der Lanxess Arena explodierte.
Nur sein zehnter Treffer in 306 DEL-Spielen – und gleich der entscheidende, der die Haie ins Halbfinale bringt. Sennhenn selbst wirkte fast ungläubig: „Ich schieße nicht allzu viele Tore“, gestand er, „aber anscheinend die wichtigen.“ Eine Aussage, die die Ironie des Schicksals perfekt unterstrich. Es ist ein Moment, der in die Geschichte der Kölner Haie und des deutschen Eishockeys eingehen wird. Die Wild Wings müssen sich geschlagen geben, während die Haie nun mit neuem Selbstvertrauen die nächste Runde in Angriff nehmen.
Die Aufregung und die Dramatik dieser Begegnung lassen sich nur schwer in Worte fassen. Sennhenns später Treffer ist nicht nur ein Tor, sondern ein Symbol für die Unvorhersehbarkeit des Sports und die Fähigkeit, auch in den schwierigsten Momenten zu bestehen. Die DEL Playoffs haben einmal mehr bewiesen, dass sie für unvergessliche Augenblicke gut sind – und Jan Luca Sennhenn hat gerade einen davon geschaffen.
