Senegal wirft caf rechtsbruch vor und fordert untersuchungskommission
Die senegalesische Regierung lässt nicht locker: Nach der Aberkennung des Afrika-Cup-Titels verlangt Dakar eine internationale Untersuchungskommission – und nennt die Nachtragsernennung Marokkos schlicht rechtswidrig.
Marokko nachträglich zum champion erklärt
Regierungssprecherin Marie Rose Khady Fatou Faye spricht von „grober Rechtswidrigkeit“ und „tiefer Ungerechtigkeit“. Die Entscheidung der CAF, das Finale vom 18. Januar neu zu werten und Marokko nachträglich zum Afrikameister zu küren, „untergräbt die Glaubwürdigkeit des Verbandes erheblich“, so Faye in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Das senegalesische Kabinett fordert nun eine „unabhängige internationale Untersuchung“ innerhalb der Führungsgremien des CAF – und zwar mit Fokus auf mögliche Korruption.
Der eigentliche Skandal liegt im Detail: Senegal hatte das Finale nach Rückkehr von einem Spielunterbruch in der Nachspielzeit mit 1:0 gewonnen. Die CAF begründet die Titel-Aberkennung mit einer angeblich ungültigen Elfmeterentscheidung zugunsten Marokkos. Doch wer sich die TV-Bilder anschaut, sieht: Schiedsrichter Mustapha Ghorbal entschied nach VAR-Check korrekt. Die nachträgliche Umkehrung wirkt wie ein politisches Manöver.

Cas-einspruch bereits angekündigt
Der senegalesische Fußballverband reagierte binnen Stunden: „Wir legen sofort Beschwerde beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ein“, kündigte Präsident Augustin Senghor an. Sollte das Gericht dem Einspruch stattgeben, wäre es die spektakulärste Titel-Rücknahme der Afrikapokal-Geschichte. Der Verband hat bereits Anwalt François Klein mandatiert, der unter anderem den Fall Manuel Neuer vs. DFB gewann.
Die CAF steht unter Druck. Sponsoren wie TotalEnergies und 1xBet sollen laut Insidern unruhig sein, weil der Imageschaden immens ist. Die nächsten Tage entscheiden, ob der Afrika-Cup 2026 in die Geschichte eingeht als das Turnier, das seinen Champion zweimal krönte – oder als das, das seine Seele verlor.
