Schweizer eishockey-finale: wer krönt sich zum zehnten mal zum meister?
Das siebte Spiel eines Finales im Schweizer Eishockey ist mehr als nur ein Match – es ist ein historischer Moment. Zum zehnten Mal in der Geschichte der Liga treffen zwei Teams in einem dramatischen Entscheidungsspiel aufeinander, um den begehrten Meistertitel zu erringen. HCD und HCFG stehen sich gegenüber, doch die Vergangenheit liefert spannende Einblicke in die bisherigen “Belles”.
Ein blick zurück: die bisherigen final-belles
Die Tradition des siebten Finalspiels im Schweizer Eishockey reicht zurück bis zur Saison 1985/86. Doch erst seit 1997/98 wird dieses in der Best-of-7-Modus ausgetragen. Die neun vorherigen Entscheidungsspiele haben eine Vielzahl an packenden Momenten und unvergesslichen Wendungen erlebt. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem ersten “Belle” der Saison 2000/01, als die ZSC Lions in Lugano einen dramatischen Overtime-Sieg feierten – ein Comeback von den Toten, nachdem sie zuvor mit 1:3 in der Serie zurückgelegen waren. Morgan Samuelsson war der Mann des Spiels, während beim Heimteam bittere Tränen flossen.
Die Saison 2006/07 bleibt unvergessen, als Jonas Hiller im Tor des HCD einen Shutout feierte und seinem Team den Titel sicherte. Robin Leblanc’s Treffer im dritten Drittel ließ die Davoser jubeln. Auch die Finalspiele von 2008/09 (Davos gegen Kloten) und 2009/10 (SC Bern gegen Genf) waren von Spannung geprägt, wobei die Heimteams letztlich die Oberhand behielten. Der SCB ließ 2010 in der eigenen Halle nichts anbrennen und feierte einen klaren 4:1-Sieg.
Ein weiteres Kapitel in der Geschichte der “Belles” wurde 2011/12 geschrieben, als Steve McCarthy in den letzten Sekunden des Spiels mit seinem 2:1-Siegtor für die Berner Fans sorgte. Die ZSC Lions mussten sich erneut geschlagen geben. 17 Jahre nach der ersten Begegnung zwischen Lugano und den ZSC Lions kam es 2017/18 erneut zu einem Entscheidungsspiel, das die Zürcher für sich entscheiden konnten und den HCL erneut in die Tiefe stürzte.
Die Saison 2021/22 sah ein historisches Novum: Der EV Zug vollendete eine wundersame Wende, nachdem sie in der Serie bereits mit 0:3 hinten gelegen hatten. Ein Jahr später, 2022/23, krallte sich Genf den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die Seeländer hatten keine Chance. Und schließlich, in der Saison 2023/24, ging erneut ein Finalspiel über sieben Spiele, wobei die ZSC Lions gegen Lausanne HC die Oberhand behielten.

Statistik und heimvorteil: was sagt die vergangenheit aus?
Von den bisherigen neun “Belles” konnten fünf von den Heimteams gewonnen werden. Das bedeutet eine statistische Wahrscheinlichkeit von 55,56 Prozent für den HCD. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die letzten drei Finalspiele von den Heimteams gewonnen wurden. Der HC Fribourg-Gotteron hat die Chance, diese Erfolgsserie zu durchbrechen.
Obwohl die Statistiken dem HCD einen leichten Vorteil einräumen, wird das Spiel am 30. April alles andere als ein Selbstläufer. Der HC Fribourg-Gotteron hat ebenfalls das Zeug zum Meister und darf in dieser Finalissima keinesfalls unterschätzt werden. Die Wahrheit liegt, wie so oft, auf dem Eis.
