Schweiz: u18-eishockey feiert comeback – aber die nhl-augen sind wählerisch
Die Schweizer U18-Nationalmannschaft ist zurück, wo sie hingehört: in der Topdivision der Eishockey-Weltmeisterschaft. Der klare Sieg gegen Kasachstan besiegelte den direkten Wiederaufstieg, doch der Weg zur NHL-Bühne ist noch länger als gedacht.
Ein triumph mit vorbehalt
Der Jubel in der Schweizer Eishockey-Szene ist unverkennbar, und das zu Recht. Der direkte Wiederaufstieg in die Topdivision ist ein enormer Erfolg und ein strategisches Muss, so betont NHL-Experte Thomas Roost. „Nur die Topdivision ist ein mehr oder weniger verlässliches Schaufenster für Spieler mit NHL-Ambitionen“, verdeutlicht er. Aber Roost mahnt zur Vorsicht: Die Leistungen wurden gegen Gegner gezeigt, die eben nicht zur Weltspitze gehören. Das bedeutet, dass die NHL-Scouts in Übersee noch mit gemischten Gefühlen reagieren.

Neuenschwander sticht heraus – bouvard überzeugt
Im Kollektiv funktionierte das Team hervorragend, doch zwei Namen sprachen sich besonders deutlich aus. Fabrice Bouvard zeigte eine konstante Leistung und festigt seinen Ruf als möglicher NHL-Pick in den späten Runden. Doch der Name, der Roosts Analyse am hellsten leuchtet, ist ein anderer: Jonah Neuenschwander. Der junge Bieler präsentiert ein enormes Potenzial, das es wert ist, rot im NHL-Draft markiert zu werden. Roost traut ihm sogar Erstrundenpotenzial zu und schließt im optimistischsten Szenario sogar eine Platzierung unter den Top 10 nicht aus. Ein echter Export-Schlager könnte sich hier ankündigen – nach einigen „dürren Jahren“ im Schweizer Nachwuchs.

Realitätscheck für die topdivision: klassenerhalt als ziel
Die Euphorie über den Aufstieg sollte nicht zu einer Selbstüberschätzung führen. Hätte dieses Team bei einer A-WM überzeugen können? Roost ist realistisch: „Eine Medaillenchance hätte nicht bestanden, aber eine gute Chance, die Klasse mehr oder weniger problemlos zu erhalten.“ Die Zielsetzung für die kommende Saison in der Weltelite ist daher klar: Klassenerhalt. So lange Russland und Belarus nicht wieder dabei sind, ist ein erneuter Abstieg unwahrscheinlich, aber – wie das letzte Jahr gezeigt hat – eben doch nicht völlig unmöglich. Es gilt, mental fokussiert zu bleiben und die Realität ohne falsche Bescheidenheit zu akzeptieren.
Roost warnt: „Unwahrscheinlich heißt nicht unmöglich.“ Die Schweiz gehört zwar wieder zu den besten zehn U18-Nationen, doch der Weg zurück an die Spitze erfordert kontinuierliche Arbeit und die Entwicklung neuer Talente. In den nächsten zwei Jahren wird sich zeigen, ob die Schweizer Eishockey-Jugend die notwendigen Schritte gehen kann, um den Anschluss zu halten. Die kommenden 24 Monate werden entscheidend sein.
Die Verantwortlichen dürfen sich keine Illusionen machen: Die Konkurrenz in der Topdivision ist groß und erfahren. Der Fokus muss auf der Stabilisierung des Teams und der Entwicklung neuer Talente liegen. Nur so kann die Schweiz langfristig in der Weltspitze mithalten.
