Schweinsteiger-aussagen lösen heftige kritik: faé spricht von „rassismus“

Die Fußballwelt brodelt nach den Äußerungen von Bastian Schweinsteiger über den afrikanischen Fußball. Der ivorische Nationaltrainer Emerse Faé reagierte mit scharfer Kritik und sprach offen von „rassistischen“ Tönen. Ein Schlagabtausch, der die Debatte um Vorurteile und Stereotypen im internationalen Fußball neu entfacht.

Klopp bricht interview abrupt ab – schweinsteiger im fokus

Klopp bricht interview abrupt ab – schweinsteiger im fokus

Schweinsteiger hatte sich im Vorfeld des Spiels zwischen Deutschland und dem Elfenbeinküste in der ARD geäußert und den „afrikanischen Fußball“ als „ein bisschen unorthodox“, „ein bisschen wild“ und „vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt“ beschrieben. Diese Kommentare, so Faé, hätten ihn „persönlich enttäuscht“ und seien, angesichts Schweinsteigers Fußballerfahrung, „komisch“.

Die Brisanz der Situation erreichte ihren Höhepunkt, als Jürgen Klopp, der Trainer des FC Liverpool, am Mittwoch in Brooklyn ein Interview abrupt abbrach, nachdem ihm Fragen zu Schweinsteigers Äußerungen gestellt wurden. Ein deutliches Zeichen für die Empörung, die Schweinsteigers Worte ausgelöst haben.

„Jeder ist frei in dem, was er sagt. Ich stimme ihm nicht zu, aber ich kann nicht ändern, was er oder auch andere Leute erzählen“, so Faé nach dem Sieg der Elfenbeinküste gegen Curacao (2:0), der den Einzug in die K.o.-Runde sicherstellte. Doch hinter dieser diplomatischen Antwort verbirgt sich die tiefe Enttäuschung des Trainers, der betonte, dass das afrikanische Spiel keineswegs nur auf Physis, sondern auch auf Taktik und Technik beruhe.

Es scheint, als ob die öffentliche Wahrnehmung des deutschen Weltmeisters von 2014 in Vergessenheit geraten ist, was ihn möglicherweise veranlasste, mit solchen Aussagen auf sich aufmerksam zu machen. Faé wünscht sich, dass es sich lediglich um ein „ungeflektiertes und ungeschicktes Statement“ handelte, rätselt aber über Schweinsteigers Intentionen.

Die Debatte um Schweinsteigers Äußerungen wird die Fußballwelt noch lange begleiten und zeigt, wie wichtig es ist, sensibel mit kulturellen Unterschieden und Vorurteilen umzugehen. Denn Fußball verbindet, sollte aber niemals zum Werkzeug der Diskriminierung werden.