Schuster setzt auf beste-grifo-suzuki: freiburg bläst zum gegenangriff
Null Tore, zwei Niederlagen, ein Fuß im Grab: Der SC Freiburg schrammte am Sonntag gegen Union Berlin an der Blamage vorbei, weil hinten noch ein Faden Halt gibt. Jetzt droht im Europa-League-Achtelfinale das Aus. Die Lösung? Julian Schuster kehrt zur alten Offensive zurück.
Warum grifo trotz genk-patzer wieder von beginn an spielt
Die Antwort steckt in der DNA des Breisgaus. Ohne Vincenzo Grifo fehlt die Standardschärfe, ohne Niklas Beste die linke Variante, ohne Yuito Suzuki die Laufpower zwischen den Linien. Drei Namen, eine Devise: Torgefahr erzeugen, egal wie brüchig die Nerven sind. Schuster weiß, dass ein 0:1-Rückstand nur dann wettgemacht wird, wenn seine Philosophie sichtbar wird – und die heißt Kombinationsfußball mit Risiko statt Rumpelrückwärts.
Die Rotation vom Wochenende war ein Notpflaster, kein Konzept. Christian Günter saß zunächst draußen, weil Jordy Makengo in der Luft stark ist, doch der Franzose wirkt nach 60 Minuten wie ein Offensivbremse. Seine Flanken sind zu harmlos, seine Mitte zu spät. Günter dagegen verbindet mit Grifo eine Sechs-Jahres-Symbiose, die schon europäische Gegner verbrannte. Ein Argument, das zählt, selbst wenn der Kapitän zuletzt zwei Eins-gegen-eins-Duelle verlor.

Eggestein liefert das gerüst – und matanovic die klinge
Die einzige personelle Konstante wird Maximilian Eggestein sein. Er ist kein Gala-Spieler, aber das Metronom, das Freiburgs Pressing in die richtige Länge schiebt. Ohne ihn verrutschen die Abstände, die Räume werden zu groß. Eggestein sichert die Restverteidigung, damit vorne die Künstler malen können.
Igor Matanovic wartet auf seine Rolle als Joker oder Sturmanker. Seine fünf Europacup-Treffer diese Saison sind kein Zufall, sondern Resultat kluger Laufwege. Gegen Genk wird er von Beginn an erwartet, weil Lucas Höler als Einwechsler die physisch starken Belgier in den letzten 20 Minuten verschleißen soll. Schuster plant in Phasen, nicht in 90 Minuten.
Die Rechnung ist simpel: Wer bislang nicht traf, muss es jetzt tun. Die letzte Konsequenz fehlte in Genk und gegen Union – genau diese Lücke will Matanovic schließen. Seine Aussage „Wir haben mit Genk noch eine Rechnung offen“ klingt wie ein Kampfansage, die ins Schwarze treffen muss, will Freiburg Geschichte schreiben.
