Schuster gibt freiburg noteneins bis drei – mit luft nach oben bis zum abpfiff

Julian Schuster stellt sich vor die Klasse und gibt eine klare Ansage: „Wir stehen auf Platz acht, im Pokal im Halbfinale und in der Europa League im Achtelfinale – das reicht mir für eine Zwei bis Drei, nicht mehr.“ Der Trainer des SC Freiburg zieht Bilanz, ohne sich zu beschönigen. Die Saison ist okay, aber noch lange nicht vorbei, und er will, dass seine Schützlinge die Note noch „aufbessern“.

Leverkusen kommt – die letzte echte prüfung für die europa-league-träume

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Samstag, 15.30 Uhr, Europa-Park-Stadion. Gegen die Werkself geht es für Freiburg um mehr als drei Punkte. Mit einem Sieg könnten die Breisgauer auf Platz sechs springen – die letzte Direktkarte für internationale Luft. Verlieren, und der Vorhang fällt früh. Schuster weiß das. Er spricht nicht vom „Endspiel“, aber seine Stimme wird einen Ton tiefer, wenn er sagt: „Die letzten Wochen entscheiden, welche Note am Ende steht.“

Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Freiburg den DFB-Pokal, rückt die Europa League automatisch. Kein Pokalsieg, muss Platz sieben reichen – dort steht aktuell Eintracht Frankfurt mit einem Punkt mehr. Die Mannschaft hat die Qualifikation also selbst in der Hand, doch die Tabelle lügt nicht: Zwischen Rang sechs und zehn liegen zwei Zähler. Ein Spieltag kann alles verändern.

Schuster redet nicht drum herum. Er lobt die Gruppe für ihre Konstanz, nennt sie „lernwillig“, aber er verlangt: mehr Durchschlagskraft vor dem Tor, weniger Gegentore nach Standards, bessere Chancenverwertung in den letzten 20 Minuten. „Wir haben die Daten, wir sehen die Lücken“, sagt er. Und dann kommt der Satz, der hängen bleibt: „Wir dürfen uns nicht mit einer Drei zufrieden geben, wenn eine Zwei drin ist.“

Die Spieler hören ihn. In der Kabine hängt ein handgeschriebenes Zitat an der Wand: „Leistung ist kein Zufall, sondern die Summe von Disziplin und Mut.“ Schuster hat es dort angepinnt, als er im Winter das Amt übernahm. Seitdem ist kein Training verregnet, kein Sprint zu langsam. Die Gruppe spielt mit offenem Visier, weil sie spürt: Der Trainer glaubt an sie, aber er verzeiht keine Nachlässigkeit.

Die Fans spüren das auch. 32 000 Karten sind bereits weg, trotz kühlem Märzwetter. Im Stadion wird am Samstag ein Banner hängen: „Zeigt uns die Zwei!“ Es ist keine Forderung, es ist eine Ermutigung. Schuster lacht, wenn er davon hört: „Dann müssen wir liefern. Punkte sprechen lauter als Worte.“

Nach der Partie folgt ein enges Programm: Donnerstag Europa League, dann Pokal, dann Liga. Drei Wettbewerbe, ein Ziel: international. Schuster wird die Spieler wieder in die Reihe stellen, die Hausaufgaben kontrollieren, die Fehler markieren. Am Ende des „Schuljahres“ will er keine Drei auf dem Zeugnis stehen haben. Er will eine Zwei – oder besser. Die Stunde beginnt am Samstag. Wer nicht mitspielt, fliegt aus der Klasse.