Schult: nagelsmanns torwart-entscheidung – „vertrauen bricht nicht so einfach“
Die Causa Manuel Neuer überschattet die Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft. Ehemalige Torwartin Almuth Schult äußert sich nun in einem Gespräch mit der Sportschau besorgt über die Kommunikation des DFB und zeigt Verständnis für Oliver Baumann, der vermutlich hinter Neuer nur die Rolle des Ersatztorwarts spielen wird.
Die kommunikation des dfb: ein „falsches spiel“
Schult kritisiert die Informationspolitik von Bundestrainer Julian Nagelsmann scharf. „Da wird ein falsches Spiel gespielt, das man in dieser Art und Weise nicht gewohnt ist“, so die Expertin. Die Unsicherheit um die Torwart-Position und die vagen Aussagen von Neuer und Nagelsmann belasten offenbar nicht nur die Spieler, sondern auch die Fans. Die Frage, ob Neuer trotz seiner jüngsten Verletzung als Nummer eins zur WM reisen wird, beschäftigt die Fußballwelt.
Die ehemalige DFB-Torhüterin betont, dass der Vertrauensbruch, den Baumann möglicherweise erfährt, schwerwiegende Folgen haben könnte. „Wenn man das Vertrauen bricht, ist das nicht so einfach für einen persönlichen“, mahnt sie. Die Situation sei besonders delikat, da Baumann in den letzten Spielen eine starke Leistung gezeigt habe.

Neuer auf top-niveau – ein gewinn für die mannschaft
Trotz der Bedenken hinsichtlich der Kommunikation räumt Schult ein, dass ein Neuer auf Top-Niveau eine enorme Bereicherung für die Mannschaft wäre. „Wenn man den Manuel Neuer auf Top-Niveau hat, ist er der beste Torwart der Welt“, stellt sie fest. Allerdings weist sie auch auf seine Verletzungsanfälligkeit hin, was die Entscheidung für die Torwart-Besetzung zusätzlich kompliziert macht. Die Nominierung von vier Torhütern erscheint ihr angesichts der Umstände sinnvoll.
Neben Neuer und Baumann würde sie auch Alexander Nübel und den aufstrebenden Finn Dahmen in den Kader aufnehmen. Die Entscheidung von Nagelsmann wird am Donnerstag erwartet, und die Fußballwelt hält den Atem an. Schult wird als Expertin der Sportschau bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko ihr Fachwissen einbringen und die Spiele analysieren. Ihre eigene Karriere als Nationalspielerin, geprägt von drei Weltmeisterschaften und dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, verleiht ihren Kommentaren eine besondere Glaubwürdigkeit.
Die kommenden Tage werden zeigen, wie Nagelsmann die Torwart-Frage löst und welche Auswirkungen seine Entscheidung auf die WM-Chancen der deutschen Nationalmannschaft haben wird. Eines ist jedoch klar: Die Diskussion um die Torwart-Position wird das deutsche Fußball-Team noch lange begleiten.
