Schock in dortmund: türkei versäumt wm-chance!
Fünf Uhr morgens im Dortmunder Kreuzviertel – eigentlich eine Stunde, in der die meisten noch von der WM träumen. Doch im Café Limon brannte ein rotes Licht, denn hier versammelten sich türkische Fans, um ihr Team anzufeuern. Ein Traum, der jäh endete.
Früher start für wm-gefühle
Betreiber Murat Tingir hatte sein Café bereits ungewöhnlich früh geöffnet, um den Fans eine gemeinsame Plattform zu bieten. „Es geht nicht um den Profit“, erklärte er, „sondern darum, diese WM-Stimmung in Dortmund zu erleben.“ Für ein Frühstücksbuffet nahm er zehn Euro, doch die Atmosphäre war unbezahlbar. Tingir, der selbst erst zum ersten Mal eine WM bewusst erlebt, hatte gehofft, dass sein Team einen Schritt weitergeht als die EM vor zwei Jahren, als man es ins Viertelfinale geschafft hatte. Doch seine Vorahnung eines Ausscheidens in der Gruppenphase sollte sich bewahrheiten.
Schon früh wurde die Hoffnung enttäuscht. Paraguay traf nur eine Minute nach Spielbeginn ins Netz, ein Schock für die mitfiebernden Fans. Trotz des frühen Rückschlags kämpfte die Türkei verbissen, dominierte das Spielgeschehen mit 75 Prozent Ballbesitz. Die Spannung im Café war greifbar, jeder Pass, jeder Schuss wurde mit angehaltenem Atem verfolgt. Die Ampelkarte für Paraguay ließ die Hoffnung kurz aufkeimen, doch der Jubel verpuffte.

Enttäuschung und stille nach abpfiff
In der Halbzeitpause waren viele Fans erschöpft, die Nacht war kurz, die Nerven lagen blank. Dilek, eine der vielen Türkei-Anhängerinnen, gestand: „Wir stehen immer kurz vorm Herzinfarkt.“ Doch die Hoffnung starb nicht sofort. Die zweiten 45 Minuten waren ein Wechselbad der Gefühle, von Jubel über vergebliche Torchancen bis hin zu Angst vor einem weiteren Gegentreffer. Engin, ein Fan, misst seinen Puls, während die Zeit unerbittlich verstrich.
Als der Schlusspfiff ertönte, folgte eine ohrenbetäubende Stille. Das Ergebnis blieb unerbittlich: 1:0 für Paraguay. Die Fans strömten auf die Straße, um sich gegenseitig zu trösten. Murat Tingir und sein Team blieben zurück, die Enttäuschung war spürbar. „Gegen einen Mann weniger hätten wir erst recht gewinnen müssen“, sagte er mit rauer Stimme. Die Nachbarn im Kreuzviertel konnten sich hingegen freuen – der Autokorso blieb aus. Stattdessen ging die Mehrheit still den Heimweg, mit einem gebrochenen Traum im Herzen.
