Schock in atlanta: spanien stolpert erneut – déjà-vu 2010?
Ein Déjà-vu jagt durch die Reihen des spanischen Nationalteams: Nur wenige Tage nach dem überraschenden Unentschieden gegen die Schweiz, mussten die Iberer sich nun mit einem müder werdenden 0:0 gegen Kap Verde begnügen. Die erneute Enttäuschung wirft Fragen auf und erinnert unweigerlich an die WM 2010 in Südafrika, wo der Turniervorstart ebenfalls alles andere als optimal verlief.

Die schatten der vergangenheit: parallelen zu 2010
Wie schon vor 16 Jahren betritt Spanien ein Turnier als amtierender Europameister, nur um im ersten Spiel Punkte liegen zu lassen. Damals war es eine Niederlage gegen die Schweiz, dieses Mal ein frustrierendes Unentschieden gegen eine Mannschaft, die man auf dem Papier deutlich überlegen sein sollte. Die Kritik an der Leistung der Mannschaft ist ohrenbetäubend, und Trainer Luis de la Fuente steht vor der schwierigen Aufgabe, sein Team wieder auf Kurs zu bringen.
Die Erinnerungen an 2010 sind präsent. Fernando Hierro, der damals als Sportdirektor eine Schlüsselrolle spielte, sieht nun aus der Distanz die Stärken des Kollektivs. “Ich sehe eine reife, zusammengeschmiedete Mannschaft”, erklärt Hierro gegenüber MARCA. “Ich bin sicher, dass sie das hier gemeinsam lösen werden.” Allerdings mahnt er zur Ruhe: “Ein WM-Turnier gewinnt man nie im ersten Spiel, auch wenn man einen hervorragenden Auftritt hinlegt und gewinnt.”
De la Fuente scheint die Lehren aus 2010 gezogen zu haben und verteidigt seine Spieler. “Ich habe den Jungs am Morgen gesagt, dass wir nicht schlecht gespielt haben”, so der Trainer. Besonders die Leistungen von Sergio Busquets gerieten in der Kritik, doch De la Fuente stand zu seinem Mittelfeldspieler – eine ähnliche Haltung, wie Del Bosque 2010 gegenüber Xabi Alonso eingenommen hatte.
Die Bilanz ist düster: Seit dem Triumph in Südafrika hat Spanien zwölf WM-Partien bestritten, von denen lediglich drei gewonnen werden konnten. Eine erschreckende Statistik, die die aktuelle Situation noch weiter verkompliziert. Die Verantwortung liegt nun bei De la Fuente und seinem Team, die Wende zu schaffen. Nur die Konzentration auf das nächste Spiel gegen Saudi-Arabien zählt, denn die Zeit drängt und die Ansprüche sind hoch.
Die Fans sind ungeduldig, die Medien scharf, aber die Spieler müssen sich auf ihre Aufgabe konzentrieren. Es ist eine Momentaufnahme, ein Fehlstart, der aber noch korrigiert werden kann. Die Geschichte von Spanien ist noch lange nicht geschrieben.
