Schneechaos stoppt st. gallen – thun bleibt oben

Der FC St. Gallen sollte auf Thuns Führung antworten, blieb aber im Tiefschnee stehen. Die Partie gegen den FC Luzern fiel knapp 90 Minuten vor Anpfiff – weil der Schnee einfach nicht aufhörte.

Die Espen hatten alles bereit: Aufwärmpläne, Personalwechsel, den Befehl, die Lücke auf drei Punkte zu drücken. Dann flog die Absage in die Mailbox. Kein Einwurf, kein Pfiff, kein Protest. Schiedsrichter Lukas Fähndrich schaute sich den Rasen im Kybunpark an, zog eine weiße Linie mit dem Stiefel – und war fertig mit lustig. „Die Prognose zeigte ständige Unterbrechungen, die Gefahr für Kreuzbänder zu groß“, sagte er später beim SRF.

Thun nutzt die gelegenheit, st. gallen steht im nichts

Thun nutzt die gelegenheit, st. gallen steht im nichts

Den einzigen Sieger des Abends gibt es trotzdem: den FC Thun. Die Berner hatten sich tagsüber mit 2:0 gegen YB durchgesetzt – im Starkregen aus Kristallen, aber eben noch spielbar. Der Sieg zieht die Leader-Position auf vier Punkte, während St. Gallen weiterhin bei 25 Zählern verharrt und nun zwei Partien in der Woche vor der Brust hat.

Der Verein reagierte gelassen. „Gesundheit geht vor, Punkt“, sagt Sportchef Carlos Bernegger. Doch intern brodelt es. Einige Spieler hatten sich extra auf Kunstrasen vorbereitet, andere befürchten jetzt den Engpass im Dezember. „Wir haben schon acht Pflichtspiele in 27 Tagen“, murrt ein Leistungsträger anonym. Es ist nicht die erste Schnee-Pleite dieser Saison – und vermutlich auch nicht die letzte.

Die Liga prüft, ob das Nachholspiel ins neue Jahr rutscht. Das Problem: Danach steht die Winterpause erst eine Woche später zur Debatte, und die Reise nach Luzern wird zum doppelten Kraftakt. Die Espen müssen also entweder Weihnachten auf Eis oder im Januar in den Sprint – beides verlangt dem Kader Tribut.

Für die Fans endet der Abend mit einem warmen Punsch statt mit Jubel. Und für die Statistik bedeutet es eine neue Marke: Erstmals seit der Saison 2012/13 fallen an einem Spieltag zwei Partien wegen Schnees aus – ein Novum in der Super-League-Ära. Es ist Dezember, und die Meisterschaft beginnt, sich in Weiß zu kleiden. Die Frage ist nur: Wer trägt am Ende die Krone – und wer erfriert auf der Strecke?