Schlotterbeck-poker: kovac verteidigt nationalspieler

Borussia Dortmund bangt um seinen Abwehrchef – und die Verhandlungen ziehen sich in die Länge. Doch Niko Kovac, der Trainer der Schwarzgelben, nimmt nun öffentlich die Partei von Nico Schlotterbeck. Nach Lars Ricken ist er der zweite Top-Mann im BVB-Umfeld, der die jüngsten Äußerungen des Nationalspielers verteidigt und den Fokus auf die vermeintlichen Ursachen lenkt.

Die schlagzeilen produzieren andere

Die Situation um Nico Schlotterbeck ist angespannt. Der BVB drängt seit Monaten auf eine Vertragsverlängerung, die über 2027 hinausgeht, während Schlotterbeck selbst sich öffentlich zurückhaltend zeigt. Medienberichte über eine unmittelbar bevorstehende Einigung wurden am Montag vehement dementiert, was zu neuerlicher Verunsicherung in Dortmund führte. Kovac lässt jedoch keine Zweifel aufkommen: „Nicht Schlotti hat die Schlagzeilen produziert, sondern diejenigen, die etwas in die Welt gesetzt haben, das so nicht gestimmt hat“, betonte der Coach im Rahmen einer Pressekonferenz.

Schlotterbeck selbst äußerte sich nach dem Länderspiel gegen Ghana verwundert über die Berichterstattung und betonte, er habe „nichts falsch gemacht“. Im Raum standen eine Verlängerung bis 2031, möglicherweise mit Ausstiegsklausel, sowie eine deutliche Gehaltserhöhung. Kovac bekräftigt das Recht des Spielers, seine Position klarzustellen. „Der Schlotti hat das Recht, das klarzustellen. Er hat nichts falsch gemacht“, sagte er, und fügte hinzu, dass sich dennoch jemand erklären müsse – wer genau, ließ er offen.

Neuer mann am verhandlungstisch

Neuer mann am verhandlungstisch

Ein weiterer Aspekt der Gemengelage ist die Veränderung in der Führungsebene beim BVB. Anstelle des entlassenen Sportdirektors Sebastian Kehl führt nun Ole Book die Gespräche mit Schlotterbeck. Kovac sieht darin jedoch kein Problem. „Zwar hat sich der Ansprechpartner geändert, aber nach Kehl trete nun eben Book als Repräsentant des BVB auf“, so der Trainer. Er selbst bleibe optimistisch: „Ich bin selbst positiv und bleibe positiv. Er ist ein sehr guter Spieler, den wir brauchen und den wir alle lieben.“

Auch Lars Ricken, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, äußerte sich in ähnlicher Weise. Er hält Schlotterbecks Aussagen für „nachvollziehbar“ und bekräftigt das Ziel des Klubs, den Spieler langfristig an den BVB zu binden. „Daran hat sich nichts geändert“, so Ricken gegenüber Sky. Er betonte zudem, dass bei Spielern von Schlotterbecks Qualität die Verhandlungen auch mal etwas länger dauern können, da die Gespräche „so gut und vertrauensvoll“ verlaufen seien.

Die Verhandlungen laufen also weiter, und der BVB muss sich wohl noch etwas Geduld bewahren. Die Frage ist, ob man Schlotterbeck mit einem attraktiven Angebot und einer klaren Perspektive halten kann. Denn eines ist klar: Ein Abgang des Abwehrchefs wäre ein herber Verlust für den BVB.