Schlickenrieder weg: bonfert übernimmt skilanglauf-zügel!
Überraschung im deutschen Skilanglauf: Peter Schlickenrieder hat das Zepter an Michael Bonfert übergeben. Nach rund sechs Jahren an der Spitze der Nationalmannschaft tritt der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2002 eine neue Rolle ein, während Bonfert die Verantwortung für die sportlichen Leistungen der deutschen Athleten übernimmt.
Ein abschied mit weitblick: schlickenrieders neue aufgabe
Schlickenrieder bleibt dem DSV erhalten, allerdings nicht mehr als Cheftrainer. Stattdessen wird er künftig als Sportdirektor fungieren, eine Position, die er seit Mai 2025 gemeinsam mit Wencke Hölig innehat. Diese Doppelrolle ermöglicht ihm, einen strategischen Überblick zu behalten und die langfristige Entwicklung des Skilanglaufs zu beeinflussen. Das ist ein kluger Schachzug, denn Schlickenrieders Erfahrung ist unbezahlbar.
Die Entscheidung für Bonfert ist kein Zufall. Der 38-Jährige ist dem deutschen Skilanglauf seit Jahren eng verbunden und kennt die Strukturen bestens. Er wird die Arbeit von Schlickenrieder fortsetzen und dabei seine eigenen Ideen einbringen. Die Frage ist, ob er die Erfolgssträhne der letzten Jahre beibehalten kann.
Die Erfolge unter Schlickenrieder sprechen für sich: Bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking feierten Victoria Carl und Katharina Hennig einen sensationellen Sieg im Teamsprint, während die Frauenstaffel die Silbermedaille gewann. Auch die Bronzemedaille von Laura Gimmler und Coletta Rydzek im Teamsprint bei den jüngsten Winterspielen in Norditalien zeugt von der Qualität der Arbeit des Teams.
Aber es gibt auch Kritik. Einige Stimmen bemängelten, dass Schlickenrieder sich zu sehr auf bestimmte Athletinnen konzentriert habe und andere Talente vernachlässigt wurden. Ob Bonfert hier neue Wege gehen wird, bleibt abzuwarten.

Neue gesichter an den staffeln: dagestad und bittner übernehmen
Die Umstrukturierung beim DSV geht jedoch weiter. Der Norweger Torstein Dagestad wird das Männerteam unter seiner Leitung neu formieren, während Michael Bittner die Verantwortung für die Frauenmannschaft übernimmt. Ein besonderes Augenmerk gilt der Rolle von Axel Teichmann, der künftig als Head of Performance fungiert. Der zweimalige Weltmeister bringt sein immenses Wissen und seine Erfahrung ein, um die Leistungsfähigkeit des gesamten Teams zu steigern.
Die Veränderungen sind vielversprechend, aber auch mit Risiken verbunden. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die neuen Strukturen im kommenden Winter bewähren und ob der deutsche Skilanglauf seine Position im internationalen Wettbewerb behaupten kann. Die neue Konstellation verspricht frischen Wind, doch die Tradition und das Know-how müssen unbedingt erhalten bleiben.
Die Zahl der Medaillen der letzten Jahre zeigt, dass das deutsche Team auf dem richtigen Weg war. Nun gilt es, diesen Schwung mitzunehmen und die Erfolge zu konsolidieren.
Die Zukunft des deutschen Skilanglaufs liegt nun in den Händen von Bonfert und seinem Team. Ein Neubeginn, der mit Spannung erwartet wird.
