Schland unter? behnisch über wm, träume und die tonne
Ein aufgeblähtes Turnier, korrupte Entscheidungen, und ein deutscher Abgesang im Sechzehntel-Finale. Ilja Behnisch nimmt die WM auseinander und fragt: Was ist eigentlich wichtiger – Gewinnen oder Freude?
Die illusion vom erfolg
Als Teenager träumte ich in New Jersey von einem Bentley Continental GT, einem Symbol für Erfolg, das schimmerte im Neonlicht einer Einkaufszentrums. Ein Traum, der im Sande verlief. Doch die Erkenntnis, dass auch das Scheitern ein Teil des Lebens ist, hat einen ganz eigenen Wert. Und die deutsche Nationalmannschaft? Ihre Enttäuschung ist zwar bitter, aber angesichts der Erwartungen kaum eine Überraschung.

Mehr als nur ein titel
Die meisten Dinge, die nicht unmittelbar zum Überleben beitragen, landen irgendwann in der Tonne. Selbst der WM-Titel 1954 ist längst vergessen. Der Philosoph Philip Edwards, eine Surf-Legende, wusste es schon: „Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.“ Und genau das fehlt dieser deutschen Elf. Sie wirkten, als würden sie spielen, um zu gewinnen, nicht um zu spielen. Das ist ein Irrtum, der weit über den Fußball hinausgeht.

Der trainer und die dünne haut
Die WM in den USA war mehr als nur ein Turnier. Sie war ein Katalysator für Träume, eine Quelle der Energie. Und Deutschland? Deutschland hat eine Mannschaft auf den Platz geschickt, die wenig Freude am eigenen Tun ausstrahlte. Ein Trainer, dessen dünne Haut die Freude am Spiel trübte. Ein Team, das den Bentley-Traum der Jugend verkörperte – eine fixe Idee vom Erfolg, die am Ende in die Tonne flog. Denn wie so oft im Leben: Es ist passiert, was zu erwarten war.
Die FIFA Fußball-WM 2026 wird in Erinnerung bleiben – nicht für den deutschen Erfolg, sondern für die Erkenntnis, dass das Leben mehr ist als nur ein Spiel. Und dass Freude, Leidenschaft und das Bewusstsein für die Vergänglichkeit des Erfolgs manchmal wichtiger sind als jeder Pokal.
