Schiri-patzer kostet aarau den aufstieg: sfv gibt fehlentscheidung offiziell zu
Ein einziger Pfiff. 87. Minute. Brügglifeld. Was danach passierte, wird den FC Aarau noch monatelich verfolgen: Der umstrittene Elfmeter gegen Étoile Carouge ist längst kein Streitthema mehr – der Schweizerische Fussballverband bestätigte den Fehler am Tag danach schriftlich. Resultat: 1:3, Platzverlust, Vaduz plus drei. Saison, die sich in Sekundenbruchteilen entzog.
Die szene, die alle aus der fassung brachte
Itaitinga rutscht, Acquah trifft klar den Ball – keine Berührung, kein Foul, nichts. Dennoch zeigt Schiedsrichter Alessandro Dudic sofort auf den Punkt. VAR? Fehlanzeige. Challenge League, Budgets, Logik. Die Gäste nutzen das Geschenk, Itaitinga verwandelt selbst. Aarau-Captain Marco Thaler tobt: „Erfunden. Katastrophe. Keine zwei Meinungen möglich.“Trainer Brunello Iacopetta braucht Minuten, um überhaupt einen Satz zu formen: „Wir drücken auf das 2:1, er beendet das Spiel.“
Daniel Afriyies 1:1 in der 82. war längst Geschichte, die Luft raus, die Kurve stumm. Carouge schlägt postwendend zum 3:1 und feiert im Auswärtsblock, während 8.800 Aargauer nur noch den Schiri anbrüllen.

Sfv räumt ein, experten reden klartext
Am Mittwochmorgen liefert SFV-Schiri-Chef Daniel Wermelinger die Bestätigung: „Regelkonformer Ballgewinn, Weiterspielen wäre korrekt gewesen.“ Urs Meier, langjährige FIFA-Elfe, legt nach: „Wunderbare Grätsche – warum pfeift er überhaupt?“ Die Antwort bleibt Dudics Geheimnis; ein Einsatzverbot ist nicht vorgesehen.
Die Tabelle spricht trotzdem laute Sprache. Vaduz gewinnt parallel 3:2 gegen Bellinzona, Aarau bleibt bei 42 Punkten, Rückstand nun drei Zähler plus schlechteres Torverhältnis. Noch fünf Spiele. Jeder weitere Patzer kann das Saisonziel „Super League“ ad acta legen.
Der Verein prüft laut internen Kreisen keinen offiziellen Protest – Spielfehler lassen sich nachträglich nicht mehr korrigieren. Bleibt die Wut, die Erkenntnis und die eiskalte Mathématik der Aufstiegsrunde. Wer solche Geschenke verteilt, muss hinten raus nicht wundern, wenn er selbst leer ausgeht.
