Schiedsrichter-geheimnisse: was die unparteiischen bei der wm wirklich verdienen
Während Fußballprofis Millionen kassieren, bleibt die Frage, wie es Schiedsrichtern bei großen Turnieren ergehen. Ex-Premier-League-Schiedsrichter Mark Clattenburg hat im „Whistleblowers“-Podcast ein überraschendes Licht auf die Honorare geworfen, die die Unparteiischen tatsächlich einstreichen.
Die abrechnung pro spiel: so funktioniert das system
Clattenburg, der von 2004 bis 2017 zu den renommiertesten Referees der Premier League zählte, erklärt, dass die Fifa und Uefa seit Jahren ein Honorarsystem pro Spiel anwenden – keine Pauschale für das gesamte Turnier. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Spiele ein Schiedsrichter pfeift, desto mehr verdient er. Bis zu 60.000 Euro, inklusive täglicher Aufwandspauschalen, sind für jene drin, die es bis ins Finale schaffen. Das sind über 10.000 Euro pro Spiel – eine Summe, die im Vergleich zu den astronomischen Gehältern der Fußballstars eher bescheiden wirkt.
Clattenburg selbst weiß, wovon er spricht. Bei der EM 2016 leitete er das Finale zwischen Portugal und Frankreich und pfiff insgesamt fünf Spiele. Seine persönliche Bilanz: knapp 60.000 Euro für seine Leistungen. „Im Vergleich zu den üblichen Fußballpreisen erscheint das ziemlich wenig“, stellt der Engländer nüchtern fest.
Die bevorstehende WM 2026 wird mit 52 Schiedsrichtern besetzt sein – die höchste Anzahl in der Geschichte der Weltmeisterschaften, bedingt durch das erweiterte Turnierformat mit 104 Spielen. Für Clattenburg selbst ist die WM 2026 allerdings außer Reichweite, nachdem er seine Teilnahme kurz vor dem Turnier abgesagt hatte. Deutschland wird nur von Felix Zwayer vertreten, während Christian Dietz und Robert Kempter als Assistenten und Bastian Dankert als Video-Schiedsrichter mitreisen.
Es ist ein Detail, das oft übersehen wird: während die Welt die Tore und die Torschützen feiert, arbeiten diese Männer im Hintergrund, um ein faires Spiel zu gewährleisten. Ihre Entschädigung mag im Vergleich zu den Millionen der Stars gering erscheinen, doch ihre Leistung ist unersetzlich.

Mehr als nur ein pfiff: die verantwortung der unparteiischen
Die Rolle des Schiedsrichters ist eine der anspruchsvollsten im Fußball. Entscheidungen in Sekundenbruchteilen treffen, unter enormem Druck und vor Augen von Millionen von Zuschauern – das erfordert Nervenstärke, Erfahrung und ein hohes Maß an Professionalität. Und dafür verdient man eben, wie Clattenburg so treffend bemerkt hat, „ziemlich wenig“ im Vergleich zu den Gehältern der Stars. Aber vielleicht ist es ja gerade das, was diese Unparteiischen antreibt: die Leidenschaft für den Fußball und der Wunsch, ein faires Spiel zu gewährleisten, unabhängig von finanziellen Anreizen.
