Schiedsrichter-debatte auf wm-höhe: schult kritisiert sexismus!

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA steht vor der Tür, und mit ihr die Diskussion um die Rolle der Frauen im Schiedsrichterwesen. Ex-Nationaltorhüterin Almuth Schult (35), die als TV-Expertin für die ARD im Einsatz sein wird, spricht Klartext über Sexismus und die Erwartungshaltung an weibliche Schiedsrichterinnen – und fordert eine spürbare Veränderung.

Die wm mit 48 teams: eine chance für frauen?

Die diesjährige WM ist historisch, denn sie wird zum ersten Mal mit 48 Mannschaften ausgetragen. Das bedeutet auch einen größeren Schiedsrichterstab: 52 Schiedsrichter, 88 Assistenten und 30 VARs werden insgesamt im Einsatz sein – darunter sechs Frauen. Schult, die ihre Karriere im Frühjahr 2025 beendete, sieht darin grundsätzlich eine Chance, betont aber, dass es noch ein weiter Weg ist. „Am Ende muss einer Frau zugetraut werden, auf dieser großen Bühne zu pfeifen, erst recht, wenn sie dabei ständig mit Sexismus konfrontiert wird“, erklärt sie gegenüber t-online. Es sei unvermeidlich, dass Schiedsrichterinnen bei einer WM mit solchen Erfahrungen umgehen müssen.

Doch die Herausforderungen gehen tiefer. Schult thematisiert die unterschiedliche Bewertung von Fehlern bei Männern und Frauen. „Männer dürfen Fehler machen, weil viele einfach weggelächelt werden. Frauen müssen gerade am Anfang fehlerlos agieren, um sich einen guten Ruf zu erarbeiten. Sonst heißt es direkt: Typisch, die Frau bekommt es nicht hin.“ Diese Doppelmoral ist ein Problem, das das Schiedsrichterwesen weiterhin belastet.

Neuer vs. baumann: die debatte um die nummer 1

Neuer vs. baumann: die debatte um die nummer 1

Neben den Schiedsrichterfragen hält Schult auch Stellung in der Diskussion um die Position des Torwarts in der Nationalmannschaft. Die wiederholten Dementis von Manuel Neuer und Bundestrainer Julian Nagelsmann bezüglich einer möglichen Rückkehr Neurers hält sie für überzogen. „Die Debatte kann man deshalb irgendwann auch mal lassen. Gerade, weil man Oliver Baumann damit etwas untergräbt.“ Baumann, der in der Liga konstant gute Leistungen zeigt, verdiene diese Anerkennung. Obwohl sie das Misstrauen gegenüber Neuer nachvollziehen kann, betont Schult die Wichtigkeit, Baumanns Leistungen zu würdigen.

Schult, die für HSV, Wolfsburg und Kansas City spielte und als Olympiasiegerin, Europameisterin und Champions-League-Siegerin unzählige Erfolge feierte, blickt mit gemischten Gefühlen auf die WM. Während sie sich über die Fortschritte im Frauenfußball freut, zeigt sie sich kritisch gegenüber den weiterhin bestehenden Ungleichheiten und Vorurteilen. Die WM bietet eine Bühne, um diese Themen anzusprechen und eine nachhaltige Veränderung anzustoßen – eine Aufgabe, der sich Almuth Schult mit ihrer Rolle als TV-Expertin angenommen hat.