Scheffler lacht über eagles-gesänge – mcilroys kollaps wirft fragen auf

Die Eagles-Fans in Philadelphia haben es geschafft: Sie haben Scottie Scheffler zum Lächeln gebracht – und damit womöglich die Runde des Tages geschrieben. Während die Morning-Marquee um Jon Rahm, Rory McIlroy und Jordan Spieth noch für Getuschel sorgte, lieferte der Weltmeister am Nachmittag eine 67er-Runde ab, die alles andere als laut war, aber umso präziser.

Mcilroys finale: fünf bogeys, ein birdie, ein wort

Die Story des Tages aber schrieb McIlroy – nur leider mit dem Bleistift eines Dramatikers. Noch auf der 12 war er unter Par, dann kam der berüchtigte Finish-Fluch von Aronimink: drei schleute Drives, zwei abgeprallte Bälle auf greens, die wie Beton wirken, wenn man falsch trifft. 74 Schläge stehen am Ende, die letzten sechs Löcher kosteten ihn fünf Schläge. Im Interview rauscht es nur ein knappes „Scheiße“ aus ihm heraus. Er bleibt eine Stunde auf der Range, schlägt Ball um Ball, als könne er die Zahlen zurückspielen.

Bryson DeChambeau erlebte ein Déjà-vu seiner eigenen Art: 76, die schwächste LIV-Card des Tages. Sein Driver explodierte zwar nicht, aber die Zahlen tun es. Dagegen halten Rahm, Niemann und Cameron Smith mit 69 noch den Anschluss, David Puig kommt auf 71, Ángel Ayora auf 72.

Kaymer meldet sich zurück – und die spitze ist dicht

Kaymer meldet sich zurück – und die spitze ist dicht

Überraschender Name ganz oben: Martin Kaymer. Die 67 des zweifachen Major-Siegers ist seine tiefste Runde seit drei Jahren auf der PGA Tour. Neben ihm stehen Ryo Hisatsune, der 21-jährige Japaner, der vor zwei Wochen noch auf der Japan Golf Tour gewann, Aldrich Potgieter, Südafrikas Amateur-Wunder, sowie Stephan Jäger und Min Woo Lee. Fünf Spieler teilen sich die Spitze – und dahinter lauern Xander Schauffele und Patrick Reed mit 68, zwei Jäger, die nie wirklich als Geheimfavoriten durchgehen.

Scheffler selbst blieb seltsam entspannt. Als er auf 14 einen Meter-Putt verpasste, grinste er nur, tippte die Kappe und ging weiter. Kein Wort, kein Fluch – nur die Gewissheit, dass er den Ball heute so gut positioniert hatte, dass die Birdies fast selbst eintropften. Die Eagles-Chants? „Die Jungs hatten Spaß, ich auch“, sagt er später. „Solange sie nicht ‚Cowboys‘ rufen, ist alles gut.“

Die Schlussfolgerung ist simpel: Nach 18 Löchern steht ein Deutscher an der Spitze, der Weltmeister lacht über gegnerische Fans, und der Favorit aus Nordirland muss sich fragen, ob sein Schwung oder sein Kopf das größere Problem ist. Die Antwort gibt es heute Nachmittag – und Aronimink hat noch 54 Löcher Zeit, weitere Geschichten zu schreiben.