Schalke 04: muslic formt einheit – steakhaus-runde statt lästerei!

Gelsenkirchen – Was für ein Wandel auf Schalke! Unter dem jungen Trainer Miron Muslic ist aus dem angeschlagenen Revierklub eine Einheit geworden, die vor einem Jahr noch kaum vorstellbar schien. Der Aufstiegskampf wird zur Nebensache, wenn man die außergewöhnliche Dynamik im Team betrachtet. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart eine Kultur des Zusammenhalts, die weit über das übliche Maß hinausgeht.

Verletzte und gesperrte zeigen kampfgeist

Alleine die Szenen nach dem 2:1-Sieg in Elversberg sprechen Bände. Kapitän Kenan Karaman (32) reiste zwar aufgrund seiner Sperre nicht mit ins Stadion, aber er war in Gedanken bei seinen Kollegen. Kurz nach dem Abpfiff gratulierte ihm der verletzte Nikola Katic (29) per Videoanruf. Ein Zeichen des Zusammenhalts, das auf Schalke selten zuvor zu sehen war.

Escape-room als teamtest

Escape-room als teamtest

Trainer Muslic scheint genau die richtigen Kniffe zu kennen, um den Teamgeist zu stärken. Vor einigen Wochen organisierte der Klub einen Team-Tag, der in einem Escape-Room gipfelte. Die Aufgabe: Gemeinsam durch ein Labyrinth finden. Als einige Spieler ins Stocken gerieten, halfen ihre Kollegen sofort. Die Botschaft war klar: Gemeinsam ist man stark.

Und das zeigt sich auch abseits des Spielfelds. Nach dem Escape-Room ging es in ein Restaurant, wo die Spieler lange miteinander plauderten – weit nach Toresschluss, wie es der Stab zufriedenstellte. Es war kein Abschiedeeßen, sondern ein Zeichen von Verbundenheit.

Steakhaus-runde als trainingsmethode

Steakhaus-runde als trainingsmethode

Ein besonderes Augenmerk gilt den regelmäßigen Treffen einer Gruppe von Führungsspielern, darunter Loris Karius (32), Edin Dzeko (40), Felipe Sánchez (22), Timo Becker (29), Nikola Katic und Kenan Karaman. Ihr Stammtisch? Ein Steakhaus. Hier geht es nicht nur um die kulinarischen Genüsse, sondern auch darum, sich privat auszutauschen. Für Felipe Sánchez, der 2024 aus Argentinien kam, ist es gleichzeitig eine perfekte Möglichkeit, seine Deutschkenntnisse zu verbessern.

Im Gegensatz zu früheren Stammtisch-Runden auf Schalke, wo sich erfahrene Spieler angeblich über Trainer, Verantwortliche oder Mitspieler ausließen, herrscht hier eine offene und positive Atmosphäre. Jeder ist willkommen, die Kernmitglieder fragen zuvor in der Mannschaft, wer mitkommen möchte. Ein Beispiel für eine neue Mentalität!

Eis als belohnung für den verlierer

Eis als belohnung für den verlierer

Auch im Training setzt Muslic auf ungewöhnliche Methoden. Bei Trainingsspielen, in denen zwei Teams gegeneinander antreten, gilt: Die Verlierermannschaft muss in der darauffolgenden Woche etwas in die Kabine mitbringen. In der Regel sind das nun Eiscreme – keine typische Sportlernahrung, aber ein Zeichen für den Spaß und die Lockerheit im Team.

Mythos-tour und aufstiegs-klauseln

Bereits zu Beginn der Saison ließ die Vereinsführung den Spielern klarwerden, was es bedeutet, für Schalke 04 zu spielen. Eine sogenannte „Mythos-Tour“ führte die Mannschaft zu einer Zeche, über die Schalker Meile und in die Arena, wo sie sich einen Film über den Klub ansahen. Timo Becker fasst es treffend zusammen: „Es ist etwas Besonderes, für Schalke 04 zu spielen. Bei uns spürt wirklich jeder, was man mit Engagement und Erfolgen entfachen kann.“

Die Spieler-Verträge beinhalten nun auch spezielle Aufstiegs-Klauseln, ein Zeichen dafür, dass die Verantwortlichen den Aufstiegskampf ernst nehmen. Und mit der neu gefundenen Einheit und dem unbändigen Willen des Teams stehen die Chancen auf die Rückkehr in die Bundesliga besser denn je. Die kommenden Spiele gegen Münster, Paderborn, Düsseldorf, Nürnberg und Braunschweig werden zeigen, ob Schalke den ganz großen Wurf schafft. Die Antwort liegt im Teamgeist, der stärker ist als jede Taktik.