Schalke 04: aufstiegseuphorie trügt – finanz-albtraum droht!

Gelsenkirchen bebt! Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga – und die Glückwünsche prasseln aus aller Welt ein. Doch hinter der euphorischen Rückkehr in die erste Liga verbirgt sich ein düsteres Geheimnis: Der FC Schalke 04 steht vor einem finanziellen Scherbenhaufen, der den Klassenerhalt gefährdet könnte.

Die gratulationen aus der fußballwelt

Die Liste der Gratulanten liest sich wie das Who’s Who des deutschen Fußballs. Von Bayern München bis zum HSV – alle Bundesligisten schickten ihre Glückwünsche nach Gelsenkirchen. Auch der Erzrivale aus Dortmund ließ sich nicht lumpen. Und selbst aus der französischen Hauptstadt gab es Anerkennung: Nasser Al-Khelaïfi, Präsident von Paris Saint-Germain und Vorsitzender des europäischen Fußballverbands EFC, gratulierte persönlich. Ein Zeichen dafür, dass Schalke über Deutschlands Grenzen hinaus weiterhin eine beachtliche Rolle spielt.

Die uefa-forderung: ein damoklesschwert

Die uefa-forderung: ein damoklesschwert

Doch die Freude über die sportliche Leistung trügt. Denn die Rückkehr auf die europäische Fußballbühne scheint – zumindest finanziell – eine ferne Utopie. Die UEFA hat strenge Auflagen für Klubs mit negativem Eigenkapital, also Vereine mit nicht gedeckten Schulden. Diese müssen ihr Minus jährlich um zehn Prozent tilgen, um überhaupt an europäischen Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Für Schalke 04 bedeutet das in diesem Kalenderjahr eine Summe von rund 9,7 Millionen Euro – eine gigantische Herausforderung für den klammen Klub.

Die DFL, die Deutsche Fußball Liga, geht hier etwas kulanter voran. Auf- und Absteiger müssen ihr negatives Eigenkapital im ersten Jahr gar nicht tilgen, sondern dürfen es lediglich nicht weiter verschlimmern. Erst in der zweiten Saison nach dem Aufstieg droht die Verpflichtung, die Miesen um zehn Prozent zu reduzieren.

Xxl-plus: ein unerreichbarer traum?

Xxl-plus: ein unerreichbarer traum?

Intern wird bei Schalke 04 seit Wochen fieberhaft über die Finanzplanung diskutiert. Die Marschroute ist klar: Das Ziel ist, am Ende des Jahres einen Null-Prozent-Saldo zu erreichen. Die Aufstiegsprämien brachten zwar eine Einmalzahlung von rund vier Millionen Euro, doch ein XXL-Plus ist kaum mehr realistisch. Die Verantwortlichen wollen keinesfalls an den Kaderkosten sparen. Jeder verfügbare Euro soll in den sportlichen Bereich fließen, damit Sport-Boss Frank Baumann und sein Team eine Mannschaft zusammenstellenkönnen, die den Klassenerhalt sichert. Rund 40 Millionen Euro stehen für die Profi-Abteilung zur Verfügung.

Um die Uefa-Forderung zu erfüllen, muss der Klub in diesem Sommer Spieler für mindestens zwölf Millionen Euro verkaufen. Moussa Sylla bleibt ein Verkaufskandidat, für den man weiterhin sechs Millionen Euro erhofft. Auch Soufiane El-Faouzi hat sich in den Fokus gerückt, obwohl seine geforderte Ablöse von bis zu zehn Millionen Euro viele Klubs abschreckt. Der Spieler selbst scheint jedoch lieber in Königsblau zu bleiben und könnte seinen Vertrag sogar zeitnah um ein Jahr bis 2030 verlängern – inklusive Gehaltserhöhung.

Die fans als rettungsanker?

Ein weiterer Hoffnungsschimmer sind die Fans. Sie können Anteile an der Genossenschaft erwerben, ohne selbst einen finanziellen Vorteil zu erhalten. Im vergangenen Frühjahr kaufte die Genossenschaft Anteile am Stadion und spülte so 7,5 Millionen Euro (nach Abzug von Steuern und Abgaben: knapp über fünf Millionen Euro) in den Verein. Doch dieses Geld ist bereits in der Null-Prozent-Planung berücksichtigt. Um die Uefa-Grenze zu erreichen, müssten die Fans in den kommenden Monaten Anteile in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro erwerben – ein höchst ambitioniertes Ziel. Die sogenannte „Geno-Tour“ soll nun landesweit für Aufmerksamkeit sorgen.

Sollte Schalke 04 sich doch noch für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren, wäre das sportlich eine Sensation. Doch finanziell würde es den Druck noch weiter erhöhen. Schalke 04 bleibt ein Verein voller Kontraste – ein Drahtseilakt zwischen sportlicher Euphorie und finanzieller Realität.