Scaloni warnt: wm-hitze macht underdogs stark!

Kansas City – Lionel Scaloni, der Coach des amtierenden Weltmeisters Argentinien, hat vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Österreich eine überraschende These aufgestellt: Die brütende Hitze in den USA könnte die Chancen der vermeintlich schwächeren Teams bei dieser Weltmeisterschaft deutlich erhöhen. Ein Blick auf die kommenden Herausforderungen und die neuen Regeln lässt vermuten, dass die Gruppe alles andere als ein Selbstläufer wird.

Die hydration breaks als ausgleich für die hitze

Die hydration breaks als ausgleich für die hitze

Scaloni betonte, dass die neu eingeführten Trinkpausen von drei Minuten nach jeweils 22 Spielminuten einen entscheidenden Vorteil bieten könnten. „Theoretisch gesehen, hat die Mannschaft, die auf dem Papier weniger stark ist, jetzt Zeit zur Erholung. Das gab es so vorher nicht“, erklärte der argentinische Trainer. Die FIFA hatte diese Pausen unabhängig von der Temperatur vorgeschrieben, um die Spieler vor Hitzschlag zu schützen. Doch Scaloni sieht darin nun auch eine taktische Komponente.

Argentinien hatte sein Auftaktspiel gegen Algerien zwar souverän mit 3:0 gewonnen, doch die Temperaturen waren noch vergleichsweise mild. Das Duell gegen Österreich am Montag in Arlington, Texas, wird bei geschätzten 32 Grad Celsius deutlich anspruchsvoller. Die „Hydration Breaks“ werden sowohl Argentiniens Team als auch den Gegner zu schätzen wissen – eine willkommene Atempause in der brodelnden Hitze.

Doch es ist nicht nur die Hitze, sondern auch die neue Dynamik, die Scaloni beschäftigt. „Bei dieser Weltmeisterschaft sehen wir, dass es keine leichten Spiele mehr gibt“, so der Weltmeistertrainer. Die Hitze, gepaart mit den Trinkpausen, verändert das Spielgeschehen und gibt auch den vermeintlich schwächeren Teams eine Chance, sich zu behaupten. Das macht die Vorbereitung und die taktische Ausrichtung umso wichtiger.

Nicht nur Scaloni scheint diese Veränderung zu bemerken. Virgil van Dijk, Kapitän der niederländischen Nationalmannschaft, äußerte sich bereits kritisch zu den Werbepausen, die in den TV-Übertragungen während der Trinkpausen geschaltet werden. „Die Werbepausen sind etwas, das ich nicht mag. Ich glaube, das ist auch für den neutralen Zuschauer nicht besonders angenehm“, so Van Dijk. Ein Aspekt, der die Freude am Spiel trüben könnte, während die Teams mit der Hitze und den neuen Regeln kämpfen.

Ob Argentinien sich trotz der extremen Bedingungen und der neuen taktischen Herausforderungen gegen Österreich durchsetzen kann, wird sich zeigen. Eines ist jedoch klar: Diese Weltmeisterschaft wird ein Zermürbungskampf.