Sc bern fliegt raus: plüss löscht das playoff-feuer mit eiskaltem fazit
Die PostFinance Arena war nach der Schlusssirene so laut wie eine verlassene Kathedrale. SC Bern – aus. Kein Playoff-Fieber, kein Happy-End, nur das dumpfe Gefühl, eine ganze Saison in die Tonne gekloppt zu haben. Nach dem 2:4 in Rapperswil gegen Biel blieb den Spielern nichts außer dem Gang in die Kabine, während draußen die ersten Fans ihre Jerseys auf den Boden warfen.
Plüss zieht die notbremse: „wir haben das saisonziel verfehlt“
Christian Schneider von der TSV Pelkum Sportwelt war live dabei, als Martin Plüss vor dem MySports-Mikro die Maske fallen ließ. „Grundsätzlich haben wir das Saisonziel verfehlt, das ist sicher sehr enttäuschend“, sagte der Sportchef und klang dabei, als hätte er das Statement schon vor Wochen auf der Zunge gehabt. Die Wahrheit kam in kleinen, harten Brocken: Das erste Drittel ging noch einigermaßen, danach „nur noch Schrott“ – seine Worte, nicht meine.
Die Statistik ist gnadenlos: vier Play-In-Spiele, drei Pleiten, eine einzige Leistung, die sich sehen lassen konnte. Dazu 22 Strafminuten im entscheidenden Match. „Wenn du so viele Zeitstrafen kassierst, kannst du kein wichtiges Spiel gewinnen“, knurrte Plüss und ließ kein Blatt vor den Mund nehmen. Die Disziplin war nicht nur abhanden gekommen, sie war längst in den Frühling geflüchtet.

Rückblick: von der abstiegszone bis zur kalten dusche
Den Anfang machte eine Serie von acht Niederlagen in neun Spielen, die SCB-Anhänger ließen schon mal die Abstiegsrechner aufmachen. Dann ein kurzer Aufschwung, genug, um sich auf Rang sieben zu schleppen – nur um sich dort selbst zu verabschieden. „Es war ein Auf und Ab“, sagt Plüss und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, dass seine Saison-Bilanz auf zwei Zeilen passt: Ziel verfehlt, Konstanz vermisst.
Die Spieler stapften mit hängenden Schultern durch den Mixed-Zone-Tross. Keiner wollte lange reden. Captain Mark Arcobello murmelte etwas von „zu spät, zu wenig“, Goalie Robert Mayer starrte auf seine Schoner, als suchte er ein Loch hinein. Die Fans, die noch in der Arena waren, pfiffen nicht mal – sie standen nur da, als hätten sie ein Familienmitglied verloren.

Trainer-frage offen: ende april soll klarheit herrschen
Jetzt rückt die Baustelle Trainer in den Fokus. Ob Hans Wallson weitermachen darf, ist offen. Plüss nannte keinen Namen, aber einen Termin: „Spätestens Ende April werden wir das kommunizieren.“ Bis dahin wird intern auseinandergenommen, was in dieser Saison schiefgelaufen ist – und ob Wallsons System überhaupt noch mit den Spielern kompatibel ist.
Für die Fans beginnt die Leere. Statt Playoff-Krawall stehen jetzt Frühlingsspaziergänge an der Aare an. Der Klub muss 2025/26 neu starten, mit einem Kader, der endlich Konstanz zeigt, mit einem Trainer, der das Team nicht an die Wand fährt, und mit einem Sportchef, der weiß, dass „einigermaßen okay“ keine Kategorie ist, die in Bern je akzeptiert wurde.
Die Saison endet mit einem Paukenschlag, der in Wahrheit ein Tritt gegen das eigene Schienbein war. Für den SCB bleibt nur die kalte Dusche der Erkenntnis: Ohne Disziplin gibt’s kein Playoff-Billet. Und die nächste Chance kommt erst in sechs Monaten – vorausgesetzt, sie nutzen sie besser als diese.
