Saugstrup: handball-legende plantzt titel-sammlung ein – und spricht über sein karriere-ende!
- Der unstillbare durst nach erfolg
- Party-tier mit maß
- Deutschland 2027: eine bedrohung?
- Die unterschiedlichen stimmen der trainer
- Trophäen im kinderzimmer
- Champions league vs. bundesliga: was zählt mehr?
- Das pokal-final4 in köln und die rivalität mit berlin
- Die neue generation der füchse
- Gidsels auszeichnung: ein kompliment für saugstrup?
- Zukunft in magdeburg?
Magnus Saugstrup, der Mann, der den Handball in Deutschland und Dänemark in den letzten Jahren maßgeblich geprägt hat, hat mit dem Gewinn der EM-Goldmedaille im Februar seinen persönlichen Titelregen abgerundet. Doch der Erfolg scheint ihn nicht zu befriedigen – im Gegenteil! Exklusiv für Sport BILD spricht der 29-Jährige über seine beeindruckende Karriere, den Duell mit den Füchsen Berlin und blickt vorsichtig in die Zukunft.
Der unstillbare durst nach erfolg
Sechs Meistertitel, zwei Pokalsiege, zwei Champions League-Triumphe, drei Weltmeistertitel, Olympia-Gold und nun auch der EM-Titel – die Liste der Erfolge von Magnus Saugstrup liest sich wie ein Märchen. Aber was treibt den Dänen überhaupt noch an? „Ich möchte noch mehr gewinnen!“, erklärt Saugstrup unmissverständlich. „Ich höre jetzt nicht auf, nur weil ich eine gute Titelsammlung habe. Der Hunger ist immer noch da.“

Party-tier mit maß
Der Ruf eines Partylöwen begleitet viele Sportler nach großen Erfolgen. Saugstrup grinst: „Ja, aber in der dänischen Mannschaft gibt es noch größere!“, sagt er lachend. „Wenn man etwas gewinnt, muss man das auch feiern. Aber ich bin nicht der Typ, der immer als Letzter geht.“ Er verweist auf Teamkollegen wie Thomas Arnoldsen, die hierfür bekannt sind. Das EM-Finale gegen Spanien (34:27) war dabei knapper als erwartet.

Deutschland 2027: eine bedrohung?
Wird Deutschland 2027 bei der WM die dänische Erfolgsserie stoppen? Saugstrup ist optimistisch: „Nein, das glaube ich nicht – wobei sie das sicher versuchen werden. Solange wir unser Spiel durchziehen und uns weiterentwickeln, sind wir schwer zu schlagen.“ Dennoch räumt er ein, dass eine Mannschaft wie Deutschland durchaus das Potenzial hat, Titel zu holen.

Die unterschiedlichen stimmen der trainer
Was haben die aktuellen Trainer von Saugstrup, Nikolaj Jacobsen in Dänemark und Bennet Wiegert in Magdeburg, gemeinsam? „Sie sind beide Gewinnertypen und haben die gleiche Mentalität. Sie machen Druck auf uns Spieler“, so Saugstrup. Der größte Unterschied liege jedoch in der Spielweise: „Bennet hat einen klaren Spielstil und möchte immer in seinem Plan bleiben. Nikolaj ist etwas flexibler und wechselt Pläne, wenn ihm etwas nicht gefällt.“ Wiegerts Vertrauen in seine Handball-Philosophie sei beeindruckend.
Trophäen im kinderzimmer
Wo bewahrt der Handball-Star seine zahlreichen Trophäen und Medaillen auf? „Alles liegt im Schrank, hinter Kinderbüchern und solchen Sachen. Da liegen sie gut versteckt, nicht vorn“, verrät er. Nach seiner Karriere möchte er alles in einem Raum aufstellen, um sich an seine Erfolge zu erinnern – „dazu habe ich aber noch genug Zeit…“
Champions league vs. bundesliga: was zählt mehr?
„Das Gefühl nach einem Champions League-Sieg ist am besten – das ist etwas Magisches!“, schwärmt Saugstrup. „Ansonsten ist die Bundesliga wirklich ein langer, harter Kampf. Wenn du die gewinnst, spürst du diese Erleichterung, weil der Wettbewerb über ein ganzes Jahr geht.“ Das Olympiagold habe ebenfalls einen besonderen Stellenwert, da es nur alle vier Jahre vergeben wird.
Das pokal-final4 in köln und die rivalität mit berlin
Das Pokal-Final4 in Köln steht vor der Tür. „Das ist immer speziell und ein sehr schwieriges Turnier. An so einem Wochenende kann alles passieren“, so Saugstrup. Im Halbfinale trifft der SCM auf den Bergischen HC, im Finale könnten dann die Füchse Berlin um den ehemaligen Teamkollegen Mathias Gidsel warten. „Da muss man erst einmal rein kommen, aber wir sind alle Profis. Du lässt die Freundschaft in der Kabine und auf dem Feld wissen beide Seiten: Wenn wir spielen, dann spielen wir richtig.“
Die neue generation der füchse
Die Füchse Berlin haben mit Dika Mem und Simon Pytlick zwei neue Superstars verpflichtet. „Das sind natürlich drei unglaublich gute Spieler, Weltklassespieler!“, lobt Saugstrup. „Aber wir haben hier in Magdeburg einen genauso guten und breiten Kader. Berlin macht das, weil sie uns schlagen wollen. Das kann den Meisterschaftskampf in Zukunft enger machen – und ist gut für den deutschen Handball.“
Gidsels auszeichnung: ein kompliment für saugstrup?
Die erneute Wahl von Mathias Gidsel zum Welthandballer ist ein Erfolg für den gesamten dänischen Handball. „Vielleicht habe ich mich einfach die falsche Position ausgesucht“, scherzt Saugstrup. „Es ist aber generell schwierig. Momentan gibt es so viele gute Spieler, und Mathias macht es gerade einfach unglaublich gut.“
Zukunft in magdeburg?
Gibt es einen Traumverein, den Saugstrup in Zukunft spielen möchte? „Nein, eigentlich nicht. Ich bin wirklich glücklich in Magdeburg. Wir haben hier in den vergangenen Jahren eine unglaublich gute Mannschaft aufgebaut und wieder Titel nach Magdeburg gebracht.“ Ein Karriereende in Magdeburg erscheint durchaus möglich: „Entweder hier oder in Dänemark. Hoffentlich sind es aber noch ein paar Jahre bis dahin.“
Mit einem Bachelorabschluss in Sportwissenschaften im Gepäck stellt sich Saugstrup der Frage, was nach der Karriere kommt. „Du kannst nicht ewig Handball spielen, und ich möchte nach meiner Karriere nicht einfach auf der Couch liegen. Zum Glück habe ich das Studium gemacht.“ Eine Trainerlaufbahn schließt er jedoch aus: „Ich möchte später gerne am Wochenende frei haben und ein ganz normales Leben führen – aber trotzdem gerne mit Menschen arbeiten.“
n