Saudi-arabien trotzt dem favoriten-druck: donis' taktik als schlüssel?

Die Erwartungen sind hoch, der Druck enorm: Saudi-Arabien startet bei der WM in Katar in eine ungewisse Zukunft. Doch mit dem griechischen Trainer Georgios Donis am Ruder scheint ein Plan zu existieren, um die vermeintlichen Übermacht-Teams herauszufordern. Kann der WM-Neuling wirklich für eine Sensation sorgen?

Donis' ansatz: disziplin und flexibilität

Georgios Donis, der erst der zweite griechische Trainer überhaupt ist, der bei einer Weltmeisterschaft das Zepter schwingt, bringt eine interessante Mischung aus taktischer Disziplin und spielerischer Flexibilität mit. Seine Mannschaften sind bekannt für ihre solide Defensive und ihre Fähigkeit, sich an unterschiedliche Spielsituationen anzupassen. Das Ziel ist klar: ein Block, der schwer zu knacken ist und den Gegner vor Probleme stellt.

Anders als viele erwarten, setzt Donis nicht ausschließlich auf reine Konterfußball. Vielmehr konstruiert er einen strukturierten Spielaufbau aus der Abwehr heraus, der darauf abzielt, das Mittelfeld zu kontrollieren und das Spiel zu dominieren. In der Defensive zeigen sich seine Teams stets kampfbereit und passen ihre Pressingstrategie situationsbedingt an. Die Nullnummern in der Qualifikation – beeindruckende zehn Mal ohne Gegentor, darunter vier der letzten sechs Partien – sprechen eine deutliche Sprache: Die Abwehr ist das Fundament.

Ein Blick auf die Schwächen Natürlich ist der WM-Kader der Saudis nicht ohne Makel. Die bisherige Bilanz bei Weltmeisterschaften ist düster: Von 19 Spielen wurden 13 verloren. Doch die Investitionen in die saudische Liga haben das Niveau des Fußballs insgesamt gesteigert. Allerdings wirkt die Tiefe des Kaders noch nicht ausreichend, was bei Auswechslungen spürbar sein könnte. Die Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Durchschlagskraft muss gefunden werden.

Besonders die Außenverteidiger könnten eine Schlüsselrolle spielen. Saud Abdulhamid, der einzige Legionär im Kader, der beim französischen Klub Lens unter Vertrag steht, ist eine feste Größe. Auch der junge Musab Al-Juwayr verspricht mit seinem Tempo und seiner Unberechenbarkeit viel Offensivpotenzial.

Al-dawsari: der kreative kopf

Al-dawsari: der kreative kopf

Ein Spieler, der besonders im Blick behalten werden sollte, ist Salem Al-Dawsari vom Al-Hilal. Der Offensivspieler ist nicht nur einer der wenigen Spieler, der den prestigeträchtigen AFC-Spieler des Jahres zweimal gewann (2023 und 2025), sondern auch der kreative Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft. Seine Schnelligkeit, sein Dribbling und seine Fähigkeit, gefährliche Situationen zu kreieren, machen ihn zu einer ernsthaften Bedrohung für jede Abwehr. Er ist der Mann, der das Zünglein an der Waage sein könnte.

Ob Saudi-Arabien tatsächlich eine Überraschung präsentieren kann, wird die Zeit zeigen. Doch mit einem klaren taktischen Konzept, einer soliden Defensive und Spielern wie Al-Dawsari sind sie durchaus in der Lage, den Favoriten das Leben schwer zu machen. Die bisherige Bilanz in WM-Turnieren mag wenig Hoffnung geben, aber die jüngsten Entwicklungen in der saudischen Liga und das Vertrauen in Donis' Expertise lassen auf einen spannenden Auftritt hoffen.

Die Faszination des Fußballs liegt oft in der Unvorhersehbarkeit. Und genau das macht die Reise von Saudi-Arabien bei dieser WM so interessant.