Sarrs bayern-erzählungen: nagelsmanns training, flicks umarmung und kimmichs test

Bouna Sarr, der französische Außenverteidiger, hat in einem Interview mit L’Équipe einige pikante Details über seine Zeit beim FC Bayern München verraten. Vier Jahre lang trug er das rote Trikot, und die Erinnerungen, insbesondere an Julian Nagelsmann, Hansi Flick und Joshua Kimmich, sind noch lebendig – mit einigen humorvollen Anekdoten gewürzt.

Nagelsmanns kopfbrecher: als das gehirn aufgab

Sarr schildert eine besonders frustrierende Trainingseinheit unter Julian Nagelsmann, die ihm den letzten Nerv raubte. Bei einer Übung, die Ballannahmen und schnelle Richtungswechsel forderte, gab er auf. „Mein Gehirn hat gesagt: ‚Auch wenn du dich anstrengst, du wirst es heute nicht verstehen!‘“ Das taktische Element, bei dem die Positionierung sich je nach Spieler und Ball veränderte, verschärfte die Situation noch. Nagelsmann beendete die Übung schließlich abrupt – ein klares Zeichen für die Komplexität, die der damalige Bundestrainer in das Training einbrachte.

Flicks willkommensgeste: „ich habe dich geholt, damit du spielst“

Flicks willkommensgeste: „ich habe dich geholt, damit du spielst“

Der Kontrast konnte kaum größer sein. Sein erstes Training bei den Bayern im Oktober 2020 hinterließ einen bleibenden Eindruck. Sarr war beeindruckt von der Ernsthaftigkeit und dem Siegeswillen aller Spieler. „Man spürt, dass sie da sind, um zu gewinnen. Es gibt kein Aufwärmen, sondern man ist direkt bereit!“ Doch das eigentliche Highlight war die Begrüßung durch Hansi Flick. Der damalige Coach umarmte Sarr und sagte: „Ich habe dich geholt, damit du spielst. Ich bin wirklich froh, dass du bei uns bist. Mach dir keinen Druck.“ Ein Moment, der Sarr sichtlich berührte und ihm sofort das Gefühl gab, willkommen zu sein.

Der vameval-test und kimmichs lächeln

Der vameval-test und kimmichs lächeln

Auch eine Anekdote rund um Joshua Kimmich sorgt für ein Schmunzeln. Der sogenannte „Vameval“-Test, der die maximale aerobe Geschwindigkeit misst, offenbarte eine unerwartete Konkurrenzsituation. Sarr, der in seinen vorherigen Vereinen stets die Nase vorn hatte, bereitete sich mental auf den Test vor. „Ich fragte: ‚Wer ist der Beste?‘ Man antwortete mir: Joshua Kimmich.“ Als Kimmich davon erfuhr, kam er zu Sarr und die beiden lachten darüber – bevor Sarr den Test schließlich gewann und sich damit den Respekt der Mannschaft sicherte, wenn auch nicht unbedingt der der anderen Vereine, wie Sarr später feststellen sollte.

Nach seiner Zeit beim FC Bayern fand Sarr keinen neuen Verein und trainierte lange Zeit selbstständig. Doch sein Engagement zahlte sich aus: Im Februar 2026 erhielt er einen Vertrag bei seinem ehemaligen Klub Metz und feierte damit nach 19 Monaten Vereinslosigkeit sein Comeback auf dem Profifußballplatz. Die Geschichte von Bouna Sarr ist ein Beweis für seinen unbändigen Willen und seine Leidenschaft für den Sport – eine Leidenschaft, die ihn auch nach den vermeintlichen Höhen und Tiefen der Bundesliga weiterhin antreibt.