Santos unter druck: kann er hütter überzeugen?
Frankfurt. Die Torwartfrage bei Eintracht Frankfurt ist ein offenes Buch – und Kaua Santos steht im Zentrum der Diskussion. Nach einem Hin-und-Her-Jahr, in dem die Konstanz auf der Sippe fehlte, wird die Vorbereitung zur Bewährungsprobe für den jungen Brasilianer. Markus Krösche und Trainer Adi Hütter haben unterschiedliche Vorstellungen, und Santos muss liefern, um seinen Platz im Tor zu verteidigen.

Die reise nach new york und der blick in die bundesliga
Während Krösche in New York an hochkarätigen Gesprächen mit Bundesliga-Managern teilnimmt, wartet eine wichtige Aufgabe auf ihn: die Entscheidung über die Torwartposition. Die Einladung der DFL zur Werbetrommel für den deutschen Fußball ist natürlich auch für die Eintracht eine willkommene Gelegenheit zur Internationalisierung. Doch neben dem Networking steht die sportliche Ausrichtung im Fokus – und die beginnt mit der Beurteilung von Santos.
Der Sportvorstand und der Trainer, der aktuell auf Mallorca Urlaub macht, haben ihre Vorstellungen zur kommenden Saison bereits ausführlich besprochen. Wer bleibt, wer geht? Fragen, die Hütter in den kommenden Wochen beantworten muss. Ein zentraler Punkt ist dabei, inwieweit Santos den Plan der sportlichen Leitung mittragen kann, langfristig die Nummer eins zu sein.
Ein Zögern, das nun enden muss: In den anfänglichen Gesprächen sollen Krösche und Hütter deutlich unterschiedlicher Meinung gewesen sein, was die Verpflichtung eines neuen Torwarts betrifft. Hütter plädierte dem Vernehmen nach für einen Neuzugang, während Krösche auf Santos setzte. Eine Annäherung scheint nun erreicht worden zu sein, möglicherweise mit dem Kompromiss, eine andere Nummer zwei hinter Zetterer zu verpflichten. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Santos nun besonders unter Beobachtung steht.
Wie fit ist er? Wie stabil präsentiert er sich? Hat er sich im Torwartspiel weiterentwickelt? All diese Fragen müssen beantwortet werden. Denn Hütter weiß um das große Potenzial des 23-Jährigen. Scheitert er an Santos, würde der Marktwert des Brasilianers erheblich sinken – ein finanzieller Verlust für die Eintracht. Andererseits würden die Mittel für einen neuen Stammtorwart binden, die anderweitig dringend benötigt werden könnten.
Die Suche nach einem erfahrenen Ersatz ist bereits im Gange. Namen wie Stefan Ortega, der momentan ohne Verein ist, oder gar Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona werden im Raum geworfen. Auch der Wolfsburger Kamil Grabara und der junge Tjark Ernst von Hertha BSC sind potenzielle Kandidaten. Doch es bleibt Abwarten, ob die Eintracht tatsächlich aktiv werden wird.
Hütter hat angekündigt, dass er im Gegensatz zu den vergangenen Jahren eine klare Entscheidung treffen will. Ruhe und Verlässlichkeit auf der Torwartposition sind für den Coach von höchster Bedeutung – eine Erfahrung, die er bereits in Monaco mit Lukas Hradecky, in Gladbach mit Yann Sommer und in Frankfurt mit Kevin Trapp gesammelt hat.
Die Entscheidung über Santos' Zukunft wird entscheidend sein für die Eintracht. Der 11. Juli steht bevor, an dem das Training neu beginnt. Bis dahin muss Krösche seinen WM-Trip beendet haben, und Hütter muss seine Entscheidung getroffen haben. Die Fans warten gespannt.
