Sands fällt weg – st. pauli droht der absturz

Die Millerntor-Helden verlieren ihren Mittelfeld-General. James Sands zieht sich am Freitag ins OP-Zimmer und damit der FC St. Pauli in den Keller der Tabelle.

Der mann, der 23-mal von anfang an lief, fehlt plötzlich

Der mann, der 23-mal von anfang an lief, fehlt plötzlich

24 Bundesliga-Einsätze, 23-mal in der Startelf – diese Zahlen zeigen, wie unverzichtbar der US-Boy für Alexander Blessin war. Gegen Eintracht Frankfurt, beim 0:0 am Sonntag, drehte Sands im Zweikampf durch den Rasen. Diagnose: Band- und Kapselriss im linken Sprunggelenk. Die Konsequenz: Operation, Pause, ungewisse Zukunft.

Die Hamburger wackeln. Nur drei Punkte trennen sie von Relegationsrang 16, der Gegner-Kalender nennt Dortmund, Leipzig, Leverkusen. Ohne Sands fehlt der Abräumer, der zwischen den Linien verteidigt, den Ball zirkuliert und mit seiner Robustheit dem Team Halt gibt. Blessin muss nun umstellen – mit Jackson Irvine oder Marcel Hartel als Sechser, doch keiner bringt dieselbe physisch-präsente Balance mit.

Intern hofft der Club auf einen schnellen Genesungsverlauf, realistisch sind acht Wochen außer Gefecht. Saisonende: 17. Mai. Die Rechnung ist simpel: Falls der Heilungsprozess länger dauert, ist Sands erst nach dem letzten Spieltag wieder fit. Die Konferenz der Angst vor dem direkten Abstieg beginnt, der Millerntor-Ruf nach Punkten wird lauter.

St. Pauli-Manager Andreas Bornemann betonte am Donnerstag, man habe „in der Breite gearbeitet“. Doch die Wahrheit lautet: Sands’ Erfahrung aus 24 MLS-Partien mit New York City FC und seine Laufstärke waren mehr als nur Statistik. Sie waren Stabilität, waren die Schaltstelle zwischen Abwehr und Angriff. Ohne ihn droht die Lücke, die Gegner sofort wittern.

Bislang 22 Gegentore – kein Abstiegs-Kandidat kassierte weniger. Die Defensive hält die Klasse, der Angriff aber schoss erst 18 Tore. Verliert die Hintermannschaft nun die Sicherheit, schmilzt der Pluspunkt. Die Fans spüren den Ernst: Karten für das Heimspiel gegen Bochum sind restlos vergriffen, 29.000 wollen Leidenschaft sehen, keine Niederlage.

Sands selbst twitterte schon: „Surgery done, road to recovery starts now.“ Die Mannschaft kann nur hoffen, dass dieser Weg nicht bis in die 2. Liga führt. Der erste Schritt ist gemacht – der Abstieg verpasst in Hamburg niemandem.