Sanders schlägt zurück: portugals schlammfest wird zur ktm-revanche

Daniel Sanders hat in Portugal sein ganz persönliches Barbecue veranstaltet – und die Konkurrenz verbrannt. 1:56 Minuten vor Tosha Schareina, acht Minuten vor Adrien Van Beveren. So lautet die Machtdemonstration, nach der der Australier endlich wieder oben auf dem W2RC-Podest steht.

Schlamm, startplatz, sieg: die drei s des sanders-plans

Der 29-Jährige nutzte den Prolog-Sieg, sich Startplatz eins zu sichern – und damit genau die Spur, in der der portugiesische Lehm noch nicht von 30 Vorderrädern zerfurcht war. Während Schareina auf den geraden Etappen zwar schneller war, blieb ihm in den ungeraden Tagen immer nur die Option, Risiko zu fahren. Resultat: drei Stürze, zwei Time-Penalties, null Chancen.

Die Logik siegte. Denn wer 120 Kilometer durch rutschige Olivenhaine preschen will, braucht neben Power vor allem coolere Reifen – und die hatte Sanders. Sein KTM 450 Rally Factory fuhr auf härterer Mischung, während Hondas spanischer Hoffnungsträger mit weichem Gummi buchstäblich steckenblieb.

Benavides spürt den atem im nacken

Benavides spürt den atem im nacken

Luciano Benavides kann den Portugiesen danken: Dank Schareinas zweitem Platz schrumpft sein Vorsprung in der WM-Tabelle von 21 auf nur noch vier Punkte. Der Argentinische Dakar-Sieger, nach Knie-OP und mit den falschen Pirellis unterwegs, wurde Sechster – und musste beim Zieleinlauf bereits den nächsten Angriffswinkel planen.

Loeb ohne anstrengung, moraes ohne gnade

Loeb ohne anstrengung, moraes ohne gnade

Sebastien Loeb spulte die letzte WP wie einen Shakedown ab: 100 km, kein Risiko, trotzdem Gesamtsieg. Zwischen seinen Dacia-Teamkollegen Lucas Moraes und Nasser Al-Attiyah lieferten sich die beiden jedoch ein Finale, das selbst den 14-fachen Weltmeister zum Schmunzeln brachte. Moraes verteidigte mit drei Sekunden Vorsprung die Tagesbestzeit – und Al-Attiyah durfte wenigstens die Punkte für die Etappe mitnehmen.

Red-Bull-Küche vermeldet: 11:03:53 Stunden Sanders, 10:58:52 Stunden Loeb. Die Uhren zeigen zwei Sieger, die beide wieder ganz oben stehen – und einen Spanier, der nun weiß, dass zwei Minuten in Portugal eine Ewigkeit sein können.